Festgefahrener US-Etatstreit drückt auf Börsenstimmung

Der festgefahrene Haushaltsstreit in den USA lastet weiter auf der Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Asiatische Börsen verbuchten bereits Verluste, nachdem es auch am Wochenende keine Annäherungen zwischen Republikanern und Demokraten gegeben hatte.

Dann folgten die europäischen Handelsplätze: Der Dax büßte zur Mittagszeit 0,95 Prozent auf 8541 Punkte ein. Der MDax sank um 0,71 Prozent auf 15 022 Punkte und der TecDax fiel um 1,05 Prozent auf 1083 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,09 Prozent auf 2896 Punkte.

«Der US-Haushaltsstreit mit seinen Kollateralschäden im US-Export belastet die Börsen», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Insgeheim werde allerdings mit einer rechtzeitigen Lösung gerechnet. «Selbst wenn es dann nur ein Kuhhandel wird, dürfte das schon helfen und dem Dax wieder Auftrieb geben.»

Unter den Einzelwerten im Dax standen vor allem die Versorger als einzige Gewinner unter den 30 Werten im Fokus, und auch SAP zog gesteigertes Interesse auf sich. Eon-Papiere zogen um 3,66 Prozent an. RWE-Titel gewannen gar 4,24 Prozent.

Zu SAP äußerte sich unter anderem Deutsche-Bank-Analyst Kai Korschelt skeptisch. Um die eigenen Ziele für 2013 noch zu erreichen, müsse SAP im vierten Quartal ein organisches Wachstum der Lizenzerlöse von sechs Prozent vorweisen, schrieb er, nachdem er zuvor seine Prognosen für das dritte Quartal reduziert hatte. Die Aktie des Walldorfer Unternehmens fiel zeitweise bei 52,74 Euro auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr und büßte zuletzt 2,25 Prozent auf 52,89 Euro ein.

Das EADS-Papier gewann als Favorit im MDax 1,89 Prozent. Der Flugzeugbauer Airbus konkretisierte nach der jüngsten Auftragsflut sein Absatzziel für das laufende Jahr.