Festival widmet sich der Kreativität von Computer-Spielen

Wo sonst Gewehrkugeln beim «Daddeln» über den Bildschirm fliegen, gleiten von Mittwoch an Actionhelden als Balletttänzer über das digitale «Parkett».

Festival widmet sich der Kreativität von Computer-Spielen
Bodo Marks Festival widmet sich der Kreativität von Computer-Spielen

play13, das 6. Festival für kreatives Computerspielen, will drei Tage lang zahlreiche Teilnehmer zu Workshops, Filmvorführungen oder Spiel-Experimenten nach Hamburg locken. Das Festival versucht dabei den Spagat zwischen medienpädagogischen Zielen und ungezwungener Unterhaltung. Zum ersten Mal trifft sich die Gamer-Community in diesem Rahmen in der Hansestadt. Die Veranstalter rechnen täglich mit etwa 500 Besuchern.

«Creative Gaming bedeutet, die Perspektive auf Computerspiele zu wechseln. Uns geht es bewusst darum, die Regeln eines digitalen Spiels zu ignorieren und etwas neues daraus zu machen», sagte Mitorganisator Andreas Hedrich von der Initiative Creative Gaming vorab. Unterstützt wird das Festival von staatlichen Stellen und Bildungseinrichtungen, etwa der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb), der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), der Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein oder der Stadt Hamburg.

Der vorsätzliche Regelbruch sieht etwa so aus: Beim sogenannten Streetgame verkleiden sich Teilnehmer als Computerhelden und verhalten sich wie ihre fiktiven Charaktere - wobei sich der öffentliche Raum der Metropole und die Fiktion der digitalen Welt vermischen. «Es wird spannend sein herauszufinden, wie verwundert Passanten darauf reagieren», sagte Hedrich. Bereits einen Tag davor soll sich am Dienstagabend (20.30 Uhr) bei der Eröffnungsfeier eine «Human snake» - ein Nachspielen des bekannten Handyspiels in der Wirklichkeit - über den Hamburger Rathausmarkt schlängeln.

Als betreutes Spielen für Eltern bezeichnet eine der Organisatorinnen, Vera Marie Rodewald, die Station GameTreff, an der auch eher skeptische Erwachsene aktuelle Computerspiele testen können. «Sie sollen feststellen, dass es nicht nur Ballerspiele gibt.

Dies gibt ihnen die Chance, das Vergnügen und die Faszination des Computerspielens nachzuerleben», sagte Rodewald. Woanders ist Basteln angesagt, wenn Teilnehmer Objekte aus der PC-Welt mit Draht, Holz oder Pappmaché nachbauen. Ein weiterer Workshop zeigt, wie Spiele-Programmierung funktioniert. Und andere Spiele-Fans erwecken die Figuren eines Ballerspiels zum Leben. Nicht aber zum Feuergefecht, sondern zu einer einstudierten Ballett-Choreografie.