Fährschiff-Wrack erreicht Brindisi

Fünf Tage nach dem Fährunglück in der Adria hat das Wrack der «Norman Atlantic» den Hafen von Brindisi in Süditalien erreicht. Der zuständige Staatsanwalt von Bari sowie andere Ermittler und Experten sollten das ausgebrannte Wrack noch am Freitag erstmals untersuchen.

Anschließend sollen Gutachter damit beauftragt werden, sich das Schiff gründlich anzusehen und nach Hinweisen zum Hergang der Katastrophe zu suchen. Sie wollen unter anderem die Blackbox suchen, um Aufschluss über die Unglücksursache zu bekommen. In dem ausgebrannten Wrack könnten zudem noch weitere Opfer gefunden werden.

Auf der Fähre war am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Mindestens 13 Menschen starben, unter ihnen zwei Einsatzkräfte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa ist die Identität von acht Opfern geklärt, fünf weitere sollen am kommenden Montag obduziert werden.

An Bord des verunglückten Schiffs waren blinde Passagiere, und die Passagierlisten stimmten nicht mit den tatsächlichen Fahrgästen überein. Deshalb ist unklar, wie viele Menschen noch vermisst werden. Auch nach zwei Deutschen wird noch gesucht, nachdem 17 Deutsche von Bord der Unglücksfähre und in Sicherheit gebracht wurden.

Die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Bari ermittelt nun zudem gegen vier weitere Besatzungsmitglieder und Verantwortliche der Schifffahrtsgesellschaft. Bisher wurde gegen den Kapitän und den Besitzer der italienischen Reederei Visemar, die das Schiff an die griechische Anek Lines verchartert hatte, unter anderem wegen mehrfacher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung ermittelt.