FIFA-Exekutive: Blatter, Ermittlungen und Reformen

Eine Woche nach den neuen FIFA-Turbulenzen trifft sich heute das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbands in Zürich. Bei der zweitägigen Sitzung wird es unter anderem auch «Updates» zu den Ermittlungen in der Schweiz und den USA geben.

FIFA-Exekutive: Blatter, Ermittlungen und Reformen
Laurent Gillieron FIFA-Exekutive: Blatter, Ermittlungen und Reformen

Zuletzt war FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke vorläufig suspendiert worden. Der Franzose wird von seinem deutschen Stellvertreter Markus Kattner ersetzt. Die wichtigsten Themen im Überblick:

Joseph Blatter wird Freitag erstmals nach der denkwürdigen Pressekonferenz im Juli, als er von einem Komiker mit Dollarscheinen beworfen wurde, vor den versammelten Medien sitzen. Der scheidende FIFA-Präsident leitet das Treffen des Exekutivkomitees.

Die Mitglieder der FIFA-Regierung werden bezüglich der Ermittlungen in der Schweiz und den USA auf den neuesten Stand gebracht. Die Schweizer Behörden untersuchen wegen möglicher Vergehen bei den umstrittenen WM-Vergaben 2018 und 2022, im Zuge der US-Ermittlungen werden bislang 14 Personen beschuldigt. Vor anderthalb Wochen hatte die amerikanische US-Justizministerin Loretta Lynch erklärt, dass sie «eine nächste Runde von Festnahmen» erwarte.

Die Exko-Mitglieder, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, werden die Agenda für den kommenden Kongress beschließen. Am 26. Februar soll dann ein Nachfolger von Blatter gewählt werden.

Die neu gegründete Reformkommission will Details für strukturelle Erneuerungen in der FIFA vorstellen. Zugleich hatte auch Blatters Organisator für den propagierten Wandel, Domenico Scala, Reformvorschläge öffentlich präsentiert.

Bislang war die folgende Sitzung der Exekutive für Dezember im Rahmen der Club-WM in Japan vorgesehen. Nun soll über Datum und Ort des nächsten Treffens erst noch entschieden werden. Dies nährt Spekulationen: Bis auf die Auslosung der WM-Qualifikation in St. Petersburg hatte Blatter offizielle Reisen ins Ausland gemieden. Ihm könnte in bestimmten Länder eine Festnahme drohen.

Brasiliens Verbandspräsident Marco Polo del Nero soll über die Arbeit des Organisationskomitees für das Turnier bei Olympia 2016 informieren. Del Nero hatte aber bereits auf die letzte Exko-Sitzung verzichtet. Er war auch Ende Mai vor der FIFA-Präsidentschaftswahl aus Zürich abgereist, nachdem sein Vorgänger, José Maria Marin, dort wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden war.

 Die FIFA-Ethikkommission will mehr Unabhängigkeit und über ihre Arbeit transparenter die Öffentlichkeit informieren dürfen. Darauf werden der Vorsitzende der Untersuchungskammer, Cornel Borbély, und der Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer, Hans-Joachim Eckert, drängen.