Filmpreis: Sechs Lolas für «Der Staat gegen Fritz Bauer»

Der Politthriller «Der Staat gegen Fritz Bauer» von Lars Kraume ist der große Gewinner des 66. Deutschen Filmpreises. Das Drama über den Juristen und Nazi-Jäger Fritz Bauer (1903-1968) wurde am Freitagabend bei einer Gala in Berlin mit sechs Lolas ausgezeichnet.

Filmpreis: Sechs Lolas für «Der Staat gegen Fritz Bauer»
Britta Pedersen Filmpreis: Sechs Lolas für «Der Staat gegen Fritz Bauer»

Die 1700 Mitglieder der Deutschen Filmakademie wählten Kraumes Regiearbeit zum besten deutschen Film. Neben der goldenen Lola in der Königskategorie gab es Preise für Ronald Zehrfeld als besten Nebendarsteller sowie für Regie, Drehbuch, Kostüme und Szenenbild. «Der Staat gegen Fritz Bauer» war mit neun Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. Publikumsliebling «Er ist wieder da» von David Wnendt ging leer aus.

Die Lola in Silber gewann «Herbert» von Thomas Stuber, Bronze holte «4 Könige» von Theresa von Eltz. Gleich zwei Preise erhielt die überglückliche Schauspielerin Laura Tonke - für die Hauptrolle in «Hedi Schneider steckt fest» und die Nebenrolle in «Mängelexemplar». Bester Hauptdarsteller wurde Peter Kurth. Der Theaterstar spielt in «Herbert» einen Ex-Boxer, der an der unheilbaren Krankheit ALS leidet.

Die Neuverfilmung von «Heidi» (Regie: Alain Gsponer) gewann die Lola als bester Kinderfilm. Der Preis für die beste Doku ging an «Above and Below» von Nicolas Steiner. Tom Tykwers Bestsellerverfilmung «Ein Hologramm für den König» mit Tom Hanks bekam Preise für den Ton und den Schnitt. Die ebenfalls nominierte Hitler-Satire «Er ist wieder da» ging auch hier leer aus.

Moderator der im Ersten ausgestrahlten Gala war Schauspieler Jan Josef Liefers. Zwei Preise standen schon vorher fest: Die Ehrung für die Filmproduzentin Regina Ziegler (72, «Weissensee») und die Lola für den Publikumserfolg von «Fack ju Göhte 2».

Auf dem roten Teppich vor dem Palais am Funkturm hatte bereits am Nachmittag das große Schaulaufen der Promis in aufwendigen Roben und eleganten Smokings begonnen - beobachtet von zahlreichen Fans hinter der Absperrung. Zu den strahlenden, in die Kameras lächelnden Stars gehörten die deutsche Hollywoodschauspielerin Diane Kruger, Winfried Glatzeder, Hannelore Elsner, Natalia Wörner, Sunnyi Melles, Martin Wuttke, Robert Stadlober, Christoph Maria Herbst und Milan Peschel.

Die Gala ist traditionell ein großes Treffen der deutschen Filmbranche. Der Preis wird von der Bundesregierung finanziert. Die wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino ist mit insgesamt drei Millionen Euro dotiert.