Finale Einstimmung aufs EM-Viertelfinale

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die letzten Vorbereitungen auf das EM-Viertelfinale gegen Italien gestartet. Heute stand neben der finalen Einstimmung auf den noch nie bei einer EM oder WM bezwungenen Gegner das Anschwitzen auf dem Programm.

Finale Einstimmung aufs EM-Viertelfinale
Arne Dedert Finale Einstimmung aufs EM-Viertelfinale

«Allzu viel passiert da jetzt nicht mehr», sagte Joachim Löw über die letzte Phase vor dem Anpfiff. Das meiste sei in den Tagen vor der Partie bereits geschehen. «In den letzten 24 Stunden werden nur noch ein paar Details angesprochen», erklärte der Bundestrainer, der schon am Freitagabend auf Italien fokussiert war.

Die Italiener werden mit Trauerflor spielen. Damit solle der italienischen Opfer bei der Geiselnahme in Bangladesch gedacht werden, teilte Italiens Fußball-Verband mit. «Die Stunden vor dem wichtigen Spiel sind von der tragischen Nachricht vom Tod italienischer Bürger überschattet worden», hieß es. Die UEFA habe das Tragen eines Trauerflors gestattet, damit die Spieler «im Moment dieser großen Trauer» ihre Anteilnahme zeigen könnten.

Derweil hält sich Belgiens in die Kritik geratener Nationalcoach Marc Wilmots nach dem Viertelfinal-Aus gegen Wales einen Rücktritt offen. «Ich werde meine Entscheidung nach der EM treffen. Dafür fließt jetzt noch zu viel Adrenalin», sagte Wilmots nach dem überraschenden 1:3 gegen den Endrunden-Neuling von der Insel. «Natürlich fühle ich mich verantwortlich. Ich fühle mich immer verantwortlich», ergänzte der Ex-Spieler von Schalke 04. «Aber ich bin kein Zauberer, ich kann Erfahrung nicht ersetzen.»

Die Spieler stellten sich nicht hinter Wilmots. Wie schon nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Italien («Taktisch deklassiert») schwang sich Thibaut Courtois zum Wortführer der Aufständischen auf. «Wir hatten die gleiche taktische Aufstellung wie gegen Italien - und wieder hat es nicht funktioniert», wetterte der Torhüter vom FC Chelsea. Ob Wilmots geht? «Das müssen Sie ihn selbst fragen», meinte er und klagte: «So eine Chance bekommen wir nie wieder.»

Derweil sieht Islands neu gewählter Präsident Gudni Johannesson das Team seines Landes im Viertelfinale gegen Gastgeber Frankreich keineswegs chancenlos. «Was immer von jetzt an passieren wird, die Jungs kehren als Helden zurück. Sie können auf das Erreichte stolz sein», sagte Johannesson der Sportzeitung «L'Équipe» vor der Partie am Sonntagabend in Saint-Denis und ergänzte: «Wenn wir England und Österreich schlagen konnten und ein Unentschieden gegen Portugal erreicht haben, gibt es keinen Grund zu glauben, dass wir diesen Weg nicht fortsetzen können.»