Finanzmärkte reagieren entspannt

Die Anleger an den internationalen Börsen haben vergleichsweise entspannt auf den Wahlsieg der griechischen Linken reagiert.

Am deutschen Aktienmarkt zeigte sich der Leitindex Dax am Morgen kaum beeinträchtigt. In der ersten Handelsstunde pendelte er um seinen Freitagsschluss von rund 10 650 Punkten. Allerdings hatte der Dax mit der angekündigten Billionen-Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rücken in der vorigen Woche gleich mehrere Rekorde hintereinander geschafft. Ähnlich sah das Bild beim Eurostoxx 50 als Leitindex der Eurozone aus.

In Griechenland selbst sorgte der Wahlausgang indes für größere Verunsicherung am Aktienmarkt: Der griechische ASE-Index rutschte nach dem Sieg der Linkspartei Syriza um 4,5 Prozent ab.

Der Wahlsieg der Linken in Griechenland sei deutlicher ausgefallen als erwartet, kommentierte Volkswirt Dirk Gojny von der National-Bank die Haltung mancher Anleger. Die Partei des Wahlsiegers Alexis Tsipras lehnt das Reform- und Sparprogramm ab, es werden harte Verhandlungen erwartet. Analyst Markus Huber von Peregrine & Black betonte, einige Anleger seien geneigt, den Wahlausgang in Griechenland vorerst zu ignorieren, bis in den nächsten Wochen und Monaten ernsthafte Verhandlungen zwischen Athen und der «Troika» der internationalen Geldgeber starten.

Nach der Griechenlandwahl wollen die Euro-Finanzminister zwar noch an diesem Montag über den weiteren Weg des Krisenlandes sprechen. Konkrete Beschlüsse sind allerdings nicht geplant. Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben Griechenland bislang mit Darlehen in Höhe von rund 240 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. In der Eurogruppe wird über eine Verlängerung des griechischen Rettungsprogramms über den 28. Februar hinaus nachgedacht.

Die wichtigste asiatische Börse in Tokio hatte zuvor mit nur geringen Verlusten auf den Wahlsieg der griechischen Linkspartei reagiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab leicht um 0,25 Prozent auf 17 468,52 Punkte nach.

Für Zulauf sorgte der Wahlausgang bei deutschen Staatsanleihen. Sichere Anleihen seien gesucht. Im Gegenzug zu Kursanstiegen fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf ein Rekordtief von 0,34 Prozent. Die Rendite zeigt den faktischen Preis an, der für frisches Geld am Kapitalmarkt gezahlt werden müsste.