Flammender Papst-Appell gegen Gewalt in Syrien

Friedensinitiative des Papstes vor allem für Syrien und den Nahen Osten: Mit einem flammenden Appell vor Zehntausenden Gläubigen hat Franziskus am Samstagabend in Rom ein Ende der Gewalt und des Kriegsgetöses verlangt.

Flammender Papst-Appell gegen Gewalt in Syrien
Claudio Peri Flammender Papst-Appell gegen Gewalt in Syrien

Er hatte die Katholiken zu einer zentralen Gebetswache für den Frieden weltweit auf dem Petersplatz aufgerufen. «Möge das Waffenrasseln aufhören! Krieg bedeutet immer das Scheitern des Friedens, er ist immer eine Niederlage für die Menschheit», sagte er bewegt der Menschenmenge auf dem Platz.

Franziskus rief die Christen, die anderen Religionen und alle Menschen guten Willens nachdrücklich auf: «Gewalt und Krieg sind niemals der Weg des Friedens. Vergebung, Dialog, Versöhnung sind die Worte des Friedens - in der geliebten syrischen Nation, im Vorderen Orient, in der ganzen Welt.» Er forderte auf der Gebetswache dazu auf, für Frieden zu beten, und kritisierte: «Wir haben unsere Waffen vervollkommnet, unser Gewissen ist eingeschlafen, und wir haben ausgeklügeltere Begründungen gefunden, um uns zu rechtfertigen.»

Bereits in den vergangenen Wochen hatte Franziskus sich immer wieder für Dialog und Versöhnung in dem Bürgerkriegsland Syrien stark gemacht und einen Militärschlag gegen Damaskus strikt abgelehnt. Wesentlich ist dabei sein Friedensaufruf «Nie wieder Krieg» vom 1. September: «Wir wollen, dass in unserer von Spaltungen und Konflikten zerrissenen Gesellschaft der Frieden ausbricht.» Zudem hatte Franziskus in einem Brief an den russischen Präsidenten und Vorsitzenden des G20-Gipfels, Wladimir Putin, dafür geworben, den Bemühungen um Frieden für Syrien eine Chance zu geben.

Der päpstliche Aufruf zum Gebetstag hatte ein starkes Echo ausgelöst, und auch aus den nichtchristlichen Religionen kam dafür viel Zustimmung. Muslime und Juden beteiligten sich an dem Gebet für den Frieden. Der Vatikan wertete die Initiative des Papstes als das «Herzstück» seines Einsatzes gegen Gewalt und Krieg, so wie Johannes Paul II. einst gegen den Golfkrieg mobil zu machen versucht hatte.