Fliegerarzt: Jährliche Psychotests wären überzogen

Der Vizepräsident des Deutschen Fliegerarztverbands, Uwe Beiderwellen, hält psychologische Tests bei jeder Routineuntersuchung von Piloten für überzogen. In der Regel müssten sie alle zwölf Monate zu einer körperlichen Untersuchung.

«Das ist ein rein internistischer Check-up, wobei auf dem Fragebogen, den die Piloten vorher ausfüllen müssen, natürlich auch nach dem psychischen Befinden der Piloten gefragt wird», sagte Beiderwellen dem SWR.

Es sei schwierig, psychische Störungen vorherzusagen: Ein Pilot könne bei einem jährlichen Test völlig gesund und gut drauf sein; einen Monate später könne eine Trennung oder der Tod der Eltern die Situation ändern. «Und wie wollen Sie das vorhersagen, vier Wochen vorher?», fragte der Experte.

Er schloss nicht aus, dass ein Psychologe eher auf psychische Erkrankungen stoßen könnte. «Aber die Implementierung einer grundsätzlichen psychologischen Untersuchung bei jeder Routineuntersuchung halte ich dann doch für überzogen.»