Florenz feiert «großartigen Sieg» - Gomez verletzt

Den Jubel seiner Teamkollegen erlebte Mario Gomez nicht mehr auf dem Platz. Als der AC Florenz den 2:1-Hinspielsieg im Pokal-Halbfinale bei Meister Juventus Turin feierte, war der deutsche Fußball-Nationalstürmer bereits mit einer Knöchelblessur vom Feld gehumelt.

Nach fast 700 Tagen haben die Toskaner als erstes Team in Turin gewonnen und durch den Auswärtssieg gute Chancen, ins Pokalfinale einzuziehen - doch für Gomez dürfte das angesichts seiner erneuten Blessur nur Nebensache sein. Mit einer Bänderverletzung im Sprunggelenk muss der Stürmer mindestens zwei Wochen aussetzen.

Bereits in der Hinrunde hatte Gomez mehrere Wochen wegen einer Oberschenkelblessur gefehlt. Nun wird der Angreifer, der zuletzt mit sechs Toren geglänzt hatte, wohl nicht nur das Liga-Duell mit Miroslav Klose und Lazio Rom am 9. März, sondern möglicherweise auch die Länderspiele Ende März gegen Australien und Georgien verpassen. Die Partie in Turin lief für Gomez aber ohnehin nicht besonders gut. «Seine besten Szenen hat er in der Verteidigung. Zu kompliziert in der Vorwärtsbewegung», kommentierte der «Corriere dello Sport» .

Doch trotz des Ärgers über die erneute Gomez-Verletzung war der Jubel bei Florenz nach dem überzeugenden Auftritt groß. «Es war ein großartiger Sieg, ein schöner Moment für uns», kommentierte Trainer Vincenzo Montella. Vor allem Doppeltorschütze Mohamed Salah, der erst vor wenigen Wochen vom FC Chelsea gekommen war, wurde gefeiert. «Sim Salah Bim. Putsch der Fiorentina, lässt auch Juve im eigenen Stadion verschwinden», schwärmte die «Gazzetta dello Sport».

Montella warnte mit Blick auf das Rückspiel aber auch: «Wir fühlen uns noch nicht im Finale. Die Qualifikation ist völlig offen.» Und auch Juve wollte trotz der ersten Heimniederlage seit dem 0:2 im Champions-League-Viertelfinale gegen Bayern München im April 2013 von einer Vorentscheidung nichts wissen. «Wir werden versuchen, unsere Chancen im Rückspiel zu nutzen, auch wenn das nicht leicht wird», versprach Trainer Massimiliano Allegri. Leonardo Bonucci meinte: «So wie sie hier gewonnen haben, können wir auch in Florenz gewinnen.»

Dennoch saß in Turin der Frust tief. «So scheidet Juventus in Dortmund aus, ohne Wenn und Aber», kommentierte «Tuttosport» mit Blick auf das Rückspiel im Königsklassen-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund in knapp zwei Wochen. Ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase scheint Juve, das die Meisterschaft mit neun Punkten Vorsprung allerdings fast schon sicher hat, zu schwächeln. Acht Gegentore kassierten die Bianconeri in den vergangenen sechs Spielen, während es in der gesamten Serie-A-Saison zuvor nur neun waren.