Flüchtlinge drängen nach Ungarn - Lücke im Grenzzaun zu

Kurz vor Inkrafttreten verschärfter Strafen für Flüchtlinge in Ungarn ist die Zahl der aus Serbien ankommenden Menschen kräftig gestiegen.

Flüchtlinge drängen nach Ungarn - Lücke im Grenzzaun zu
Balazs Mohai Flüchtlinge drängen nach Ungarn - Lücke im Grenzzaun zu

Am frühen Abend schloss die Polizei den letzten bisher freien Durchgang an der ungarisch-serbischen Grenze. Die schärferen Gesetze sollten ab Mitternacht gelten.

Allein bis Montagmittag kamen 5353 neue Flüchtlinge aus Serbien nach Ungarn, teilte die Polizei in Budapest mit. Es waren fast so viele wie am Vortag, als 5809 Menschen kamen. Damit zeichnete sich für Montag eine Höchstzahl an Flüchtlingen ab.

Von Dienstag an gilt illegaler Grenzübertritt in Ungarn als Straftat, die mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann. Bislang ist es nur eine Ordnungswidrigkeit. Kommt Sachbeschädigung hinzu - etwa wenn ein Flüchtling den Grenzzaun durchschneidet - erhöht sich das maximale Strafmaß auf fünf Jahre. Anstelle der Haftstrafe ist auch eine sofortige Abschiebung möglich.

Unterdessen sperrte Ungarns Polizei bei Röszke den letzten freien Durchgang an der serbischen Grenze. Eine Stelle, an der Eisenbahnschienen aus Serbien nach Ungarn führen, war bisher frei passierbar und wurde während der vergangenen Wochen von Zehntausenden Flüchtlingen genutzt. Unter starkem Polizeischutz begannen Armeeangehörige, die etwa 15 Meter breite Lücke mit Stahldrähten zu verschließen.

«Ab heute wird sich die Lage dramatisch ändern», kündigte der stellvertretende Parlamentspräsident, Gergely Gulyas, in Röszke an. Da Ungarn offensichtlich nach der vollständigen Sperrung seiner Grenze Probleme erwartet, wurden in der Nähe des Grenzzauns viele Hundert Polizisten zusammengezogen. Pferdestaffeln patrouillierten entlang des Zaunes, Hubschrauber überflogen den Ort.

Polizisten in drei Verwaltungsbezirken an der serbischen und rumänischen Grenze sowie im Großraum Budapest waren in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Beamten wurden auch aus dem Urlaub zum Dienst gerufen, Ruhetage wurden gestrichen.