Flüchtlinge dürfen Kroatien passieren

Nach Schließung der ungarischen Grenze sind am Morgen die ersten 150 Flüchtlinge an der Grenze Serbiens zum EU-Land Kroatien angekommen. Dort dürfen sie Kroatien auf ihrem Weg nach Westeuropa passieren. Dies teilte der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic am Mittwoch mit.

Flüchtlinge dürfen Kroatien passieren
Julien Warnand Flüchtlinge dürfen Kroatien passieren

Die an der kroatischen Grenze angekommenen Flüchtlinge seien von der Polizei aufgegriffen und in die Grenzgemeinde Tovarnik gebracht worden, berichteten die Behörden nach übereinstimmenden Medienberichten. Im Laufe des Tages würden rund 500 Menschen im EU-Land erwartet. Unklar blieb, ob die Flüchtlinge von der Polizei registriert werden sollen.

Wie das kroatische Staatsfernsehen und große Zeitungsportale des Landes am Mittwoch berichteten, handelte es sich vor allem um Frauen und Kinder, die sowohl mit dem Bus als auch mit Taxen in die serbische Grenzstadt Sid gekommen seien. Unmittelbar nach ihrer Ankunft hätten sie versucht, zu Fuß über die grüne Grenze nach Kroatien zu gelangen. Der Weg von Serbien über Kroatien gilt als Ausweichroute für Flüchtlinge, die nach Österreich und Deutschland wollen.

Die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic hat nach einem Medienbericht von der Regierung die Einberufung des nationalen Sicherheitsrates verlangt. Es müsse mit einem Ansturm von Flüchtlingen gerechnet werden, begründete sie ihre Forderungen in einem Brief, aus dem die Zeitung «Jutarnji list» zitierte. Bisher hatte die Regierung versichert, sie habe ausreichende Vorbereitungen für die eventuelle Ankunft der Flüchtlinge getroffen, ohne aber Details mitzuteilen.