Flüchtlinge: Merkel sieht afrikanische Länder in der Pflicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise auch die afrikanischen Länder in der Pflicht.

Merkel sagte beim EU-Sondergipfel zur Migration in der maltesischen Hauptstadt Valletta, das Treffen sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, «ein kameradschaftliches Verhältnis zu Afrika zu entwickeln, aber gleichzeitig auch eines, in dem neben Hilfe auch klare Forderungen formuliert werden und Erwartungen.»

Bei dem Treffen solle ein Aktionsplan beschlossen werden. Dieser werde «auch die afrikanischen Regierungschefs darauf verpflichten, mit ihren (...) Bürgerinnen und Bürgern so umzugehen, dass die Jugend des Kontinents eine Chance hat und dass Armut und auch Intransparenz bekämpft werden.» Nur in Kooperation könnten Europa und Afrika Schmugglern und Menschenschleppern das Handwerk legen.

Das afrikanische Land Niger fordert zur Eindämmung der dramatischen Flüchtlingskrise mehr Geld von den Europäern. «Das, was sie (die Europäer) machen, deckt nicht alle Erfordernisse ab. Diese sind enorm», sagte Staatspräsident Mahamadou Issoufou in der maltesischen Hauptstadt Valletta. Niger ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa.

«Diese Krise kann nur gemeinsam überwunden werden», so Issoufou. Herkunfts-, Transit- und Zielländer müssten zusammenarbeiten. Die EU und die afrikanischen Länder wollen beim Gipfel einen Aktionsplan beschließen. Dabei geht es unter andrem darum, dass afrikanische Länder mehr abgewiesene Asylbewerber aus Europa zurücknehmen sollen. Im Gegenzug werden die afrikanischen Länder mehr Unterstützung von der EU bekommen.