Flüchtlingszahlen sinken deutlich

Nach der Schließung der sogenannten Balkanroute ist die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Deutschland drastisch gesunken.

Flüchtlingszahlen sinken deutlich
Jens Büttner Flüchtlingszahlen sinken deutlich

Im März wurden nur noch gut 20 000 Asylsuchende registriert, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin mitteilt. Im Februar waren es noch gut 60 000 gewesen, im Januar etwa 90 000.

Die Zahl der Asylanträge lag im März deutlich über der Zahl der Neuregistrierungen: So stellten im vergangenen Monat fast 60 000 Menschen in Deutschland einen Asylantrag. Hintergrund ist, dass das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Bearbeitung der Anträge weit im Rückstand ist und viele Menschen erst lange nach ihrer Ankunft einen Asylantrag stellen können.

«Die Zahl der Asylanträge steigt», sagte de Maizière. «Die Zahl derer, die nach Deutschland kommen, sinkt.» Dies sei nur ein scheinbarer Widerspruch, sondern bedeute vielmehr, dass die Abarbeitung der Altfälle nun vorankomme. Die Zahl der unerledigten Anträge beim BAMF stieg allerdings auf mehr als 400 000.

De Maizière erklärte, er wolle noch keine Prognose zur erwarteten Zahl an Asylbewerbern für das Gesamtjahr abgeben, auch in den nächsten Wochen nicht. «Ich weiß, dass viele darauf warten.» Derzeit wäre eine Prognose aber nicht seriös, argumentierte er. Dafür sei die weitere Entwicklung der Fluchtbewegungen zu wenig absehbar.