Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa abgesagt

Fluggäste der Lufthansa können aufatmen: Der für diesen Donnerstag und Freitag angekündigte Streik der Flugbegleiter wurde von der Gewerkschaft Ufo kurzfristig abgesagt.

Das Unternehmen habe sich bei einem Spitzengespräch in Fragen der umstrittenen Alters- und Übergangsversorgung deutlich auf die Gewerkschaft zubewegt, begründete Ufo-Chef Nicoley Baublies am Mittwoch in Frankfurt die kurzfristige Absage. Auf weitere Arbeitskämpfe will Ufo mindestens bis zum 2. Dezember verzichten.

Lufthansa habe die Zwischenmitteilung der Schlichter Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz aus dem Sommer 2015 als Ausgangsbasis zu weiteren Verhandlungen über die Rentenfragen akzeptiert, teilte Ufo mit.

Die Versorgung für neueingestellte Mitarbeiter solle nach zehn Jahren überprüft werden. Ufo hat zudem die grundsätzliche Umstellung von bislang garantierten Renten auf Festbeiträge des Arbeitgebers akzeptiert. Lufthansa sprach von einer Annäherung, die Basis für eine Lösung sein könne.

Beide Seiten hielten am Ziel eines «Jobgipfels» fest, an dem am 2. Dezember Vertreter des Konzerns sowie der drei Gewerkschaften Ufo, Verdi und Cockpit unter Anleitung eines Mediators teilnehmen sollen. Dazu seien aber noch weitere Verhandlungen über das konkrete Verfahren notwendig, betonte die Gewerkschaft. Man wolle das Treffen gemeinsam vorbereiten. «Es muss möglich sein, darüber zu sprechen, wie das entstandene Misstrauen abgebaut werden kann», erklärte dazu das Ufo-Vorstandsmitglied Birgit Weinreich.

Auf einem Krisentreffen mit dem Lufthansa-Vorstand im südhessischen Seeheim war bereits am Dienstag der Verhandlungsweg zur Lösung weiterer tariflicher Probleme bei der Airline skizziert worden. Neben Jobgipfel und Rentenverhandlungen soll es für die Flugbegleiter eine weitere Schlichtung zu Themen geben, die nur das Kabinenpersonal betreffen. Es werde eine nahtlose Friedenspflicht bis zum Ende dieser Schlichtung angestrebt, teilten beide Seiten mit. Lufthansa sagte der Ufo zudem weitere Tarifverhandlungen für ihre anderen Fluggesellschaften in Deutschland zu.

Die Flugbegleiter hatten erst am 13. November einen einwöchigen Streik beendet, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Betroffen vom härtesten Streik in der Unternehmensgeschichte waren etwa 550 000 Passagiere. Zuvor hatten die Piloten der Lufthansa in bislang 13 Runden seit April 2014 die Arbeit niedergelegt.

Bei beiden Berufsgruppen wird offiziell um die Früh- und Betriebsrenten gestritten, die Lufthansa kürzen und in der Systematik umstellen will. Im Hintergrund geht es aber auch um die Auswirkungen des Konzernumbaus, mit dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden.