Flugbegleiter wollen neue Gewerkschaft für Luftverkehr

Im streikgeplagten deutschen Luftverkehr könnte es nach Vorstellungen der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo demnächst eine neue gewerkschaftliche Kraft geben.

Flugbegleiter wollen neue Gewerkschaft für Luftverkehr
Boris Roessler Flugbegleiter wollen neue Gewerkschaft für Luftverkehr

Man habe verschiedenen anderen Verbänden und Gewerkschaften die Gründung einer «Industriegewerkschaft Luftfahrt» (IGL) vorgeschlagen, berichtete der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies am Dienstag in Frankfurt.

Der neue Zusammenschluss solle unter Wahrung der berufsspezifischen Expertise Kräfte bündeln und die Tarifarbeit besser koordinieren.

Der Schritt ist klar gegen die DGB-Gewerkschaft Verdi gerichtet, die sich bislang noch als stärkste Gewerkschaft im Lufthansa-Konzern sieht und dort im Aufsichtsrat die stellvertretende Vorsitzende stellt. Verdi vertritt vor allem viele Lufthansa-Techniker.

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat nach Baublies' Angaben bereits die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, die Gewerkschaft der Flugsicherung, die bisher nicht tariffähige Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr (Agil) und weitere Berufsverbände angesprochen. Im Flugbetrieb der Lufthansa sei Ufo schon heute die mitgliederstärkste Gewerkschaft.

Der Vorstoß sei nicht in erster Linie eine Reaktion auf die Pläne der Bundesregierung zur Tarifeinheit, sagte Baublies. Es gehe vielmehr um ein solidarisches Handeln für Kollegen in den bislang gewerkschaftlich schwach organisierten Luftverkehrsbereichen. Dazu gehöre beispielsweise das Personal am Boden oder in den Großküchen.