Flugbetrieb läuft nach Pilotenstreik bei Germanwings wieder normal

Nach dem zwölfstündigen Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings lief der Flugbetrieb am Freitag nach Angaben der Fluglinie und der Flughäfen bundesweit wieder normal.

In dem Tarifkonflikt um Vorruhestandsregelungen hatte Germanwings am Donnerstag wegen des Streiks rund 100 Flüge streichen müssen, vor allem im Inland. Betroffen waren nach Angaben der Fluglinie etwa 13 000 Passagiere.

Seit April mussten nach Angaben der Lufthansa wegen der Pilotenstreiks mehr als eine halbe Million Passagiere der Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings ihre Reisepläne ändern.

Rund 4400 Flüge wurden bisher gestrichen, wie Europas größte Fluggesellschaft am Freitag auf Anfrage mitteilte. Die Höhe des Gesamtschadens nach sieben Streikwellen bezifferte Lufthansa nicht. Allein für den dreitägigen Vollstreik zum Auftakt im April hatte sie von einem Verlust in Höhe von rund 60 Millionen Euro berichtet.

In dem Tarifkonflikt zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Arbeitgeber und Gewerkschaft machen sich gegenseitig Vorwürfe. Neue Streiks sind wahrscheinlich. Die Lufthansa will, dass ihre Piloten später als bisher in den bezahlten Vorruhestand gehen - die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wehrt sich dagegen.

Nach dem jüngsten Streik seien schon kurz nach Mitternacht von Köln/Bonn aus Hannover aus wieder die ersten Maschinen gestartet, so Germanwings. «Regulärer Verkehr mit Betriebsbeginn um 06.00 Uhr», hieß es etwa in Stuttgart und Hamburg. «Alles wieder normal», sagten Sprecher des Airports Köln/Bonn, der besonders stark vom Streik betroffen war, und des Düsseldorfer Flughafens.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte zugesichert, dass mit Streikende um Mitternacht die Piloten die Arbeit wieder aufnehmen. Germanwings erklärte, dass trotz des Streiks etwa 80 Prozent der für Donnerstag vorgesehenen Flugverbindungen absolviert worden seien.

«Germanwings hatte per SMS oder E-Mail nahezu alle der von Streichungen betroffenen Fluggäste erreicht und vorab informiert», hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. An den Flughäfen sei die Situation während des Streiks der Piloten ruhig geblieben. «Dennoch entstand der Airline ein großer wirtschaftlicher Schaden.»