Flugzeug nach Zypern entführt - Fast alle Passagiere frei

Ein ägyptisches Passagierflugzeug wird zur Landung auf Zypern gezwungen. Mindestens 50 Menschen werden freigelassen, die Verhandlungen mit dem Entführer dauern an. Einen Terrorhintergrund schließt der zyprische Präsident aus.

Der Airbus mit der Flugnummer 181 war auf dem Weg von Alexandria nach Kairo.i
Katia Christodoulou Der Airbus mit der Flugnummer 181 war auf dem Weg von Alexandria nach Kairo.

Ein Flugzeug der ägyptischen Gesellschaft Egyptair ist auf einem Inlandsflug entführt und zur Landung in der zyprischen Hafenstadt Larnaka gezwungen worden. Dem ägyptischen zivilen Luftfahrtministerium zufolge stellte der Entführer bis zum Dienstagmittag keine klaren Forderungen. Die Verhandlungen mit dem Mann dauerten an. Der Präsident Zyperns, Nikos Anastasiades, schloss einen terroristischen Hintergrund aus. Der Entführer will Medienberichten zufolge mit seiner Ex-Frau - einer Zyprerin - sprechen.

Der Entführer ließ kurz nach der Landung in Larnaka fast alle Passagiere und Besatzungsmitglieder frei. Nach ägyptischen Angaben befanden sich noch sieben Geiseln in seiner Gewalt - der Flugkapitän, der Co-Pilot, eine Flugbegleiterin, ein Sicherheitsangestellter und drei Passagiere. Unter den 55 Fluggästen hätten sich auch Ausländer befunden, sagte Minister Scherif Fathi. Nach Angaben des niederländischen Außenministeriums ist unter den Geiseln auch ein 56 Jahre alter Niederländer, das Außenministerium in Rom bestätigte, das eine italienische Geisel an Bord war.

Der Airbus mit der Flugnummer 181 war auf dem Weg von Alexandria nach Kairo. Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten. Ende Oktober detonierte in einem vom Badeort Scharm el Scheich gestarteten russischen Urlaubsflieger eine Bombe. Die Maschine stürzte über der Sinai-Halbinsel ab. Alle 224 Insassen starben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich zu der Tat bekannt.