Flut verhindert Africa-Festival: «Wie in Afrika zur Regenzeit»

Wo kurz zuvor noch afrikanische Händler ihre Waren feilboten und die Musik des Schwarzen Kontinents über die Wiesen tönte, schwappte am Sonntag braunes Mainwasser.

Flut verhindert Africa-Festival: «Wie in Afrika zur Regenzeit»
Daniel Karmann

Das Hochwasser hat Besitz ergriffen von den Mainwiesen, auf denen seit mehr als 20 Jahren das Würzburger Africa-Festival im Frühjahr für vier Tage seinen festen Platz hat.

Erstmals in der Geschichte des mittlerweile größten Afrika-Festivals seiner Art in Europa fand die Veranstaltung ein abruptes Ende - zumindest zum Teil. Die Abendkonzerte konnten spontan ins Trockene verlegt werden. Fast das gesamte Rahmenprogramm fiel allerdings im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Nur einen Tag nach der Eröffnung des Festivals mussten die Zelte wieder abgebrochen werden. In Windeseile packten deshalb nicht nur die Basarhändler und Veranstalter all ihre Dinge zusammen, auch die Campingplatzbesucher hatten alle Hände voll zu tun. «Ständig gab es neue Meldungen zum Hochwasser und alle lauteten anders. Die Zeltenden haben zum Teil hektisch und panisch abgebaut», sagte Ellen Schulte aus Berlin.

«Es ist jetzt ein bisschen wie in Afrika zur Regenzeit. Und genau so spontan wie dort auch», meinte die 62-Jährige. Sie kommt seit fast 20 Jahren zu dem Festival und ist mit ihren Freundinnen nun in der Turnhalle eines Gymnasiums untergekommen. Das Rote Kreuz und die Stadt reagierten sehr schnell auf die Lage: 500 Feldbetten konnten organisiert werden, mehr als die Hälfte davon ist in den Nächten belegt. «Eine klasse Leistung», loben die Frauen.

«Wir mussten viel improvisieren und das hat wirklich gut geklappt», sagt auch Würzburgs Kulturreferent Muchtar Al Ghusain als er eine Notunterkunft besuchte. Bürgerschaft und Stadt haben mittlerweile eine Spendenaktion angeschoben, um den finanziell gebeutelten Veranstaltern unter die Arme greifen zu können. Auch die fast 100 Händler könnten einen finanziellen Ausgleich erhalten.