Folkwang-Museum präsentiert Autodidakten

Das Museum Folkwang stellt in einer großen Schau im Herbst 2015 das Schaffen von Autodidakten den Meisterwerken klassisch-avantgardistischer Kunst gegenüber.

Folkwang-Museum präsentiert Autodidakten
Caroline Seidel Folkwang-Museum präsentiert Autodidakten

Unter dem Motto «Der Schatten der Avantgarde - Rousseau und die vergessenen Meister» werden in Nordrhein-Westfalen Werke 13 nicht-akademischer Künstler gezeigt. Darunter sind Henri Rousseau (1844 - 1910), Séraphine Louis (1864 - 1942) und André Bauchant (1873 - 1958), wie Direktor Tobia Bezzola am Freitag in Essen ankündigte.

Ergänzt wird die Ausstellung mit Schlüsselwerken der Moderne und Gegenwartskunst, etwa von Paul Gauguin und Blinky Palermo. «Es geht um den Schatten als ständigen Begleiter», sagte Falk Wolf, der die Ausstellung mit Kasper König kuratiert. Von den Labels «naiv» oder «Outsider» wollten sie sich lösen. Die Werke ständen in ihrer Energie und Intensität den Meisterwerken der Moderne in nichts nach.

Mit drei internationalen Ausstellungen setzt das Museum einen starken Akzent auf Fotografie, unter anderem mit der Schau «Conflict, Time, Photography» (10. April bis 5. Juli) über die Kriegsdokumentation. Künstler wie Don McCullin oder Taryn Simon zeigten in den rund 200 Werken aus den Jahren 1855 bis 2013 nicht nur die Gewalt, sondern auch deren Auswirkungen Tage, Monate und Jahre später, teilte das Museum mit. Bei «Books & Films» ist vom 24. April an das Werk des Schweizer Fotografen Robert Frank zu sehen, «Works in Progress» zeigt ab 15. Mai Fotografie aus China.

Das Museum Folkwang zählte 2014 mehr als 250 000 Besucher. Das Haus verfügt über 6200 Quadratmeter Ausstellungsfläche, in seinem Bestand sind unter anderem 60 000 Fotografien und 900 Gemälde aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert.

Dazu kommt die Sammlung des Deutschen Plakat Museums mit etwa 350 000 Plakaten. Unter dem Titel «Anschläge von «Drüben»» werden vom 6. Februar an DDR-Plakate aus den Jahren 1949 bis 1990 präsentiert. Einerseits spiegele die Schau die Visualisierung der ideologischen Vorgaben wieder, teilte das Museum mit. Andererseits zeige sie die künstlerischen Leistungen, die trotz Materialknappheit und mangelhafter Druckqualität entstanden seien.