Forscher: Mohrenfalter durch Klimawandel bedroht

Der Klimawandel könnte auch Schmetterlingen zum Verhängnis werden. Für den Gelbgefleckten Mohrenfalter zeichnen Wissenschaftler ein düsteres Szenario. Das Problem ist der Genpool der Populationen.

Der Gelbgefleckte Mohrenfalter (Erebia manto) ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern durch den Klimawandel bedroht. Der Tagfalter, der vor allem auf blumenreichen Wiesen in einer Höhe von 1200 und 2500 Meter zu finden ist, werde in Teilen Europas bis zum Ende des Jahrhunderts nicht überleben, berichtete die Senckenberg Gesellschaft für Naturschutz im brandenburgischen Müncheberg. Eine entsprechende Studie erschien in der Juli-Ausgabe des Fachjournals «Global Change Biology».

«Unsere neuesten Forschungsergebnisse zeigen, dass es der Falter in Zukunft in einigen Gebirgen schwer haben wird», sagte Forscher Thomas Schmitt. Der Wissenschaftler sammelte und untersuchte mit Kollegen aus Trier, Bonn und München etwa 1300 Schmetterlinge aus 36 Populationen.

In unterschiedlichen europäischen Bergregionen hätten die Mohrenfalter einen ganz eigenen Genpool mit geringer Variation ausgebildet, teilten die Forscher mit. «Eine große Variationsbreite im Genpool einer Population sorgt auch für eine große Anpassungsfähigkeit, bei isolierten Populationen fehlt genau diese und sie können sich deutlich schlechter an Veränderungen angleichen», sagte Schmitt.

Gerade die heute einzigartigen Gemeinschaften mit dem abweichenden Genpool seien zukünftig bedroht. «Wir verlieren mit hoher Wahrscheinlichkeit einmalige genetische Populationen», meinte Schmitt. Das gesamte Verbreitungsgebiet werde kleiner.

Schmitt hat mit seinen Kollegen verschiedene Klimamodelle berechnet. «Egal, welches Modell wir nehmen, die Schmetterlinge werden ihren Lebensraum einbüßen». Dies würde ungefähr bis zum Ende des Jahrhunderts dauern.

Den Berechnungen zufolge werde die Verbreitung der Schmetterlinge in den Alpen schrumpfen, in den Vogesen werde es dann wohl gar keine Mohrenfalter mehr geben.