Fotojournalistin Erika Krauß gestorben

Deutschlands dienstälteste Pressefotografin, Erika Krauß, ist tot. Sie starb am Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Hamburg. Das teilte der Senat der Hansestadt mit.

Fotojournalistin Erika Krauß gestorben
Maurizio Gambarini Fotojournalistin Erika Krauß gestorben

«Erika Krauß gehörte einfach zum Hamburger Rathaus dazu (...). Und dass sie noch sehr weit über übliche Ruhestandsgrenzen hinaus arbeitete, zeigt, dass ihre Tätigkeit für sie mehr als ein Beruf war», sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) über die bis zuletzt arbeitende Fotografin.

Erika Krauß, die stets extravagant mit schwarzem Hut und schwarzer Kleidung auftrat, begleitete seit 1950 das politische Geschehen in der Hansestadt. In ihrer Karriere hat Krauß nicht nur zahlreiche Politiker wie Michail Gorbatschow, Helmut Kohl und Jassir Arafat, sondern auch etliche Royals und Schauspieler fotografiert. 1965 begleitete sie die noch junge Königin Elizabeth II., später folgten Prinz Charles und Lady Di. Am besten hat ihr nach eigenen Angaben aber Königin Silvia von Schweden gefallen.

Zu ihrem 90. Geburtstag wurde Krauß mit einem eigenen Empfang im Rathaus geehrt. «Sie ist eine Institution», sagte Hamburgs damaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU).

Nach Angaben der «Hamburger Morgenpost» gehörte sie 63 Jahre lang zur Redaktion - als freie Mitarbeiterin. «Nie wollte sie sich an ein festes Anstellungsverhältnis binden lassen. Und so blieb es bis zum Schluss», schrieb die «Mopo» in einer Würdigung in ihrem Online-Auftritt. Die «Mopo» trauere um eine großartige Mitarbeiterin.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) würdigte die Fotografin als Legende des Journalismus. «Selten hat eine Journalistin auf so hohem Niveau und über eine so lange Zeit eine Stadt und ihre
Politik begleitet und abgebildet und sich dabei auch so hohe menschliche Anerkennung erworben», teilte die DJV-Landesvorsitzende Marina Friedt mit. Krauss war seit fast 50 Jahren DJV-Mitglied.

«Mit ihr verlieren wir eine geliebte Freundin, eine ungewöhnliche und hochrespektierte Kollegin und einen wunderbaren Menschen. Ohne sie wird es nicht mehr so sein, wie es war», erklärte der Vorsitzende der Landespressekonferenz Hamburg, Jürgen Heuer.

Für ihre Verdienste um die politische Berichterstattung erhielt Krauß 1999 den Alexander-Zinn-Preis des Hamburger Senats. In der Begründung hieß es, sie habe sich «um das öffentliche Wohl Hamburgs verdient gemacht». Zu ihren Freunden zählten neben Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) mehrere ehemalige Bürgermeister und Senatoren.