Anhaltend lockere Geldpolitik stützt Dax-Erholung

Die anhaltend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Erholung des Dax weitere Kraft gegeben. Die EZB ließ den Leitzins auf seinem Allzeittief von 0,05 Prozent.

Kurz darauf erklomm der deutsche Leitindex mit 11 494 Punkten sein bisheriges Tageshoch. Zuletzt lag er rund 25 Punkte tiefer noch mit 1,26 Prozent im Plus.

Wie von Experten erwartet, bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi, dass die im März gestarteten Wertpapierkäufe zur Belebung von Konjunktur und Inflation bis Herbst 2016 fortgeführt werden. Die Käufe verliefen gut und hätten die Finanzbedingungen bereits verbessert. Aktuelle US-Daten traten in den Hintergrund.   

Der MDax der mittelgroßen Werte kletterte um 0,78 Prozent ins Plus auf 20 640,71 Punkte. Der Auswahlindex für Technologiewerte, der TecDax, legte um 1,01 Prozent auf 1707,69 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann ebenfalls über 1 Prozent.

Tags zuvor hatten ein schwacher Anleihenmarkt und der starke Euro den Aktienmarkt noch deutlich belastet. Dieser Druck schwoll merklich ab. Höhere Inflationsdaten und die Hoffnung auf die Lösung des Schuldenstreits mit dem pleitebedrohten Griechenland hatten Staatspapieren tags zuvor massive Verluste eingebrockt. Die im Umkehrschluss sprunghaft gestiegenen Renditen sind schlecht für Aktien beim Buhlen um die Gunst der Investoren.

Auch der Euro verlor wieder an Wert zum US-Dollar. Seine Kursgewinne belasteten gerade die Aktien exportorientierter Unternehmen, deren Waren damit im Ausland teurer werden. Zwischenzeitlich kostete die Gemeinschaftswährung weniger als 1,11 US-Dollar.

Bester Wert im einheitlich positiven Dax waren BMW-Papiere mit plus 2,25 Prozent. Neben dem wieder leichteren Euro kamen bei den Anlegern auch die US-Absatzzahlen für Mai positiv an. Die Investmentbank Equinet bezeichnete sie als unerwartet stark und blieb bei ihrer positiven Einschätzung.

Nach einer langen Absatzflaute in den USA konnte Volkswagen seine Verkäufe erstmals wieder ähnlich stark ankurbeln wie die deutsche Konkurrenz. Die Vorzüge stiegen um 1,59 Prozent. Daimler lag zwar beim US-Absatzwachstum im Mai noch klar vor den Wolfsburgern, die Papiere legten aber vergleichsweise moderat um 0,57 Prozent zu.

Die Salzgitter-Aktien gewannen im MDax 3,73 Prozent. Die Papiere des Stahlkonzerns profitierten von einer massiven Kurszielanhebung von Kepler Cheuvreux um 15 auf 45 Euro. Die Experten der französischen Investmentbank sehen die europäischen Stahlkonzerne vor einem möglichen entscheidenden Wendepunkt zum Positiven. Auslöser könnte die Überprüfung der EU-Kommission von Dumping-Vorwürfen gegen chinesische und russische Anbieter sein.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,55 (Vortag: 0,48) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,30 Prozent auf 138,71 Punkte. Der Bund-Future veränderte sich mit 152,80 Punkten kaum. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,1134 (Dienstag: 1,1029) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8982 (0,9067) Euro.