Anleger begrüßen Griechenland-Einigung

Die Fortschritte im griechischen Schuldendrama lassen auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt aufatmen.

Der Dax stand am Nachmittag 1,24 Prozent höher bei 11 456,07 Punkten. Am Morgen hatten die Staats- und Regierungschefs der Eurozone den Weg für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland geebnet.

Bei aller Erleichterung sind Marktteilnehmer aber weiterhin vorsichtig. Die Euphorie halte sich in Grenzen, denn es gebe weitere Hürden, kommentierte Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets. So müsse vor allem das griechische Parlament den Reformmaßnahmen bis zu diesem Mittwoch zustimmen, Gesetze müssten schnell implementiert werden und auch die nationalen Parlamente der Eurozonen-Länder müssten den Griechenland-Deal erst einmal durchwinken. Die Champagnerflaschen sollten vorerst im Kühlschrank bleiben, schrieb Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax legte am Montagnachmittag um 1,43 Prozent auf 20 528,98 Punkte zu. Für den TecDax ging es um 1,85 Prozent auf 1734,10 Punkte aufwärts. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 stieg zuletzt um 1,59 Prozent.

Bankaktien zählten zu den Gewinnern des Tages. Sie hatten bereits Ende letzter Woche deutlich von der Hoffnung auf Fortschritte im griechischen Schuldenstreit profitiert. Am Montag legten nun die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank um knapp 3 beziehungsweise zweieinhalb Prozent zu.

Die Papiere der Deutschen Börse zogen an der Dax-Spitze nach einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs um 3,43 Prozent an. Analyst Chris Turner erwartet, dass der Börsenbetreiber das obere Ende seiner Umsatz- und Ergebnisziele erreicht und möglicherweise sogar übertrifft. Die Umsetzung der strategischen Ziele sei durch die hohe finanzielle Flexibilität gesichert.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,75 (Freitag: 0,66) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,31 Prozent auf 137,90 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,07 Prozent auf 150,47 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1049 (Freitag: 1,1185) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9051 (0,8941) Euro.