Anleger halten sich vor Wochenende etwas zurück

Dem Dax ist nach seiner jüngsten Rally am Freitag etwas die Puste ausgegangen. Dennoch hielt sich der deutsche Leitindex wacker: Am Nachmittag notierte er 0,14 Prozent tiefer bei 11 700,32 Punkten.

Eine Atempause sei nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage «nicht verkehrt», kommentierte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba die Entwicklung.

Am Donnerstag hatten weitere Entspannungssignale in der griechischen Schuldenkrise dem Dax den siebten Gewinntag in Folge beschert. Am Freitag gab der Bundestag wie erwartet grünes Licht für Verhandlungen über weitere Milliardenhilfen für Athen. Seit dem Tief Mitte vergangener Woche liegt der Anstieg des Dax bei fast 10 Prozent, und auch auf Wochensicht winkt ein dickes Plus.

Als Kursstütze vor dem Wochenende sah Analyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg zudem gute Geschäftszahlen von US-Unternehmen sowie die anhaltende Erholung an Chinas Börsen.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitag 0,19 Prozent auf 21 011,75 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,40 Prozent auf 1802,77 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,05 Prozent auf 3678,09 Punkte.

Beim Dünger- und Salzkonzern K+S sorgten Spekulationen über eine höhere Offerte des Konkurrenten Potash für einen Kursanstieg von 1,15 Prozent. Angesichts des bisherigen Widerstands der Kasseler könnten die Kanadier nun auch eine feindliche Übernahme erwägen, sagten Händler.

Dagegen wurden die Aktien der Deutschen Telekom laut Händlern von stockenden Verkaufsverhandlungen für T-Mobile US gebremst: Sie verloren 0,88 Prozent. Die angepeilte Übernahme der Telekom-Tochter durch den US-Satellitenfernsehanbieter Dish droht Insidern zufolge zu scheitern, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,64 Prozent am Vortag auf 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 138,59 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,22 Prozent auf 152,49 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0889 (Donnerstag: 1,0867) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9184 (0,9202) Euro.