Anleger suchen nach Rally Orientierung

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben nach der Rally zum Ende der Vorwoche erst einmal Luft geholt.

Der Dax fiel im frühen Handel um 0,28 Prozent auf 11 676,79 Punkte. Der Index der mittelgroßen Werte MDax trat mit einem Minus von 0,03 Prozent auf 20 598,79 Punkte nahezu auf der Stelle, während der TecDax um 0,34 Prozent auf 1668,10 Punkte stieg. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um mehr als ein halbes Prozent nach.

In der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex dank einer Kursrally nach einem robusten US-Arbeitsmarktbericht um mehr als 2 Prozent zugelegt. Zwischenzeitlich war er noch um gut 2,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar eingeknickt - vor allem belastet durch den sehr schwachen Anleihemarkt.

Wenngleich sich die Lage in den vergangenen Tagen etwas beruhigte, bleibt die Entwicklung der Anleihen im Fokus. Denn fallende Preise bedeuten steigende Renditen, und diese machen Aktien im Vergleich weniger attraktiv.

In der neuen Woche werde sich nun zeigen müssen, ob die Optimisten oder die Pessimisten die Oberhand am Aktienmarkt behalten, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einer Studie. Neben der Quartalsberichtssaison sei auch das Thema Griechenland von Bedeutung. So steht das griechische Reformpaket im Mittelpunkt des Treffens der Euro-Finanzminister am (heutigen) Montag.

Unangefochtener Spitzenreiter im Dax waren die Aktien der Lufthansa. Sie verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Merrill Lynch um 2,87 Prozent. Autowerte gaben hingegen nach ihren kräftigen Gewinnen vom Freitag nach.

Die Aktien von Airbus knickten zum Wochenauftakt im MDax um 3,37 Prozent ein, nachdem ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M in Spanien abgestürzt war. Einem Händler zufolge belastete das auch die Stimmung der Anleger mit Blick auf Aktien von Triebwerksproduzenten wie MTU. Für die Papiere von MTU ging es um 0,64 Prozent nach unten.

Talanx-Aktien stiegen um 2,50 Prozent. Das Unternehmen trotzte den Folgen des Orkans «Niklas» und hohen Brandschäden in der Industrie im ersten Quartal und übertraf die Erwartungen von Experten. Für die Papiere des Anlagenbauers Gea Group ging es nach einem optimistischeren Geschäftsausblick um 1,35 Prozent nach oben.