Dax-Anleger halten sich nach Berg- und Talfahrt zurück

Die Unsicherheit angesichts der griechischen Schuldenkrise hält den Aktienmarkt weiter gefangen. Die Kurse fallen. Es gibt aber auch Gewinner, darunter Infineon.

Dax-Anleger halten sich nach Berg- und Talfahrt zurück
Fredrik von Erichsen Dax-Anleger halten sich nach Berg- und Talfahrt zurück

Nach dem Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt in dieser Woche haben sich die Anleger mit Engagements überwiegend zurückgehalten. Die Unsicherheit bleibt vor dem Hintergrund der weiter ungelösten Griechenland-Krise unverändert hoch. Der Dax büßte im frühen Handel 0,29 Prozent auf 11 736,76 Punkte ein. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,25 Prozent auf 20 920,41 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,13 Prozent auf 1720,23 Punkte zulegte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag etwas mehr als ein halbes Prozent im Minus. Der Kurs des Euro, der am Vortag um die Marke von 1,09 US-Dollar gependelt war, und damit auch für kräftige Ausschläge am Aktienmarkt gesorgt hatte, stand zuletzt etwas höher bei 1,0928 Dollar. Ein stärkerer Euro belastet die Exportwirtschaft, weil dadurch Produkte für Käufer außerhalb der Eurozone teurer werden.

Neuigkeiten über das akut von der Pleite gedrohte Griechenland gab es an diesem Tag allerdings keine. Vielmehr hält die Verwirrung um den Stand im Reformpoker an: Während die Regierung in Athen erneut zur Eile in den Gesprächen mit den Geldgebern ermahnt wurde, sprach Premier Alexis Tsipras von einer Einigung in greifbarer Nähe. Beim heute beginnenden zweitägigen Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden westlichen Industrieländer (G7) in Dresden dürfte die Griechenland-Krise ebenfalls Thema sein, auch wenn sie offiziell nicht auf der Tagungsordnung steht.

Abgesehen davon dürfte nach den überraschend guten Konsumdaten für Deutschland am Mittwoch in Kürze die Wirtschaftsstimmung in der Europäischen Union in den Blick rücken. Laut Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen dürften auch auch diese Daten «in die richtige Richtung weisen» und gestiegen sein. «Die europäische Wirtschaft befindet sich im Aufschwung, auch wenn das in vielen Ländern immer noch nicht bei der Bevölkerung in Form von mehr Beschäftigung und Einkommen ankommt.» In den USA dürften laut Gojny die Immobilienmarktdaten die wichtigste Information an diesem Tag werden.

Unter den Einzelwerten im Dax zogen vor allem die Aktien von Eon  und Infineon Aufmerksamkeit auf sich. Am Vorabend hatte die Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit des Versorgers wegen der geplanten Ausgliederung der Sparte mit dem klassischen Kraftwerksgeschäft gesenkt. Das Infineon-Papier sprang vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Milliardenfusion in den USA um 4,24 Prozent hoch und war damit Favorit im Leitindex. Die Nachricht gebe dem gesamten Sektor Auftrieb, hieß es am Markt.

Die Aktien von Windeln.de, erst Anfang Mai an die Börse gegangen, sprangen um 3,33 Prozent hoch. Der Online-Händler für Babyprodukte steigerte den Umsatz im ersten Quartal kräftig und schrieb operativ (bereinigtes Ebit) einen geringeren Verlust. Alle Geschäftsbereiche seien profitabler geworden, hieß es.