Dax fällt vor Euro-Krisentreffen weiter

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben vor dem Eurogruppen-Treffen zum Thema Griechenland nervös.

Der Dax fiel um 0,30 Prozent auf 10 945,06 Punkte. Von seinem Tagestief konnte sich der deutsche Leitindex damit zwar bereits um 60 Punkte absetzen. Er bleibt aber in seinem jüngsten Abwärtstrend.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 0,88 Prozent auf 19 348,73 Punkte nach unten und das Technologiebarometer TecDax gab um 0,72 Prozent auf 1614,65 Punkte nach. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 büßte 0,32 Prozent ein.

Die Finanzmärkte bleiben wegen der Unsicherheit rund um die Griechenland-Krise sowie den Zeitpunkt einer Leitzinserhöhung in den USA schwankungsanfällig. Die US-Notenbank (Fed) hatte am Mittwochabend den Zeitplan für die lang erwartete Zinswende weiter offen gelassen.

Am Donnerstag rückt nun ein Treffen der Finanzminister der Euroländer zum Schuldenstreit mit Griechenland in den Fokus. Allerdings sind die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung gering. Aktuell seien keine Nachrichten zur Griechenland-Krise schlechte Nachrichten, schrieb der Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg, Holger Schmieding, in einem Marktkommentar.

Es gebe keine Anzeichen, dass Athen seine Haltung ändern werde, um auf dem Finanzminister-Treffen eine Lösung zu ermöglichen.

Bei dem Streit mit den Geldgebern geht es um ein Reformprogramm, das Voraussetzung für die Auszahlung blockierter Hilfen von 7,2 Milliarden Euro ist. Die Zeit dafür wird immer knapper: Am 30. Juni muss Athen 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen. Ohne Einigung droht bald die Staatspleite.

Auf Unternehmensseite sorgte der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger abermals für negative Schlagzahlen. Das Unternehmen zieht nach einer Serie von Gewinnwarnungen die Reißleine und spaltet sich auf. Wegen hoher Wertberichtigungen rechnet der Konzern im ersten Halbjahr zudem mit einem deutlichen Verlust. Die Anleger scheinen endgültig die Geduld zu verlieren: Der Kurs brach um mehr als 12 Prozent ein.

Den Aktionären von ProSiebenSat.1 verdarb das angekündigte Ende der TV-Karriere des Entertainers Stefan Raab die Laune: Der Kurs fiel um 1,38 Prozent.