Dax gibt vor Euro-Krisentreffen nach

Die Hängepartie um Griechenland hält die Anleger am deutschen Aktienmarkt weiter auf Trab. Die Hoffnungen auf Fortschritte im Schuldenstreit mit Athen beim heutigen Treffen der Eurozonen-Finanzminister sind gering.

Zusätzlich belastete der wieder starke Euro. Der Dax stand gegen Mittag 0,78 Prozent tiefer bei 10 892,51 Punkten, nachdem er zuvor noch fast unter die Marke von 10 800 Punkten gerutscht war.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Donnerstag um 1,54 Prozent auf 19 220,28 Punkte nach unten und das Technologiebarometer TecDax gab um 1,64 Prozent auf 1599,71 Punkte nach. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 fiel um rund 1 Prozent.

Mit Blick auf das Treffen der Finanzminister der Euroländer gebe es keine Anzeichen, dass Athen seine Haltung ändern werde, um eine Lösung zu ermöglichen, schrieb der Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg Holger Schmieding in einem Marktkommentar.

Bei dem Streit mit den Geldgebern geht es um ein Reformprogramm, das Voraussetzung für die Auszahlung blockierter Hilfen von 7,2 Milliarden Euro ist. Die Zeit dafür wird immer knapper: Am 30. Juni muss Athen 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen. Ohne Einigung droht bald die Staatspleite.

Für Bewegung sorgen zudem weiter die Spekulationen über die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Die hatte am Mittwochabend den Zeitplan für die lang erwartete Zinswende weiter offen gelassen. Die daher gedämpften Spekulationen auf schnell steigende Zinsen in den USA verliehen dem Euro im Vergleich zum US-Dollar Rückenwind. Die Gemeinschaftswährung stieg über die Marke von 1,14 US-Dollar.

Eine fortgesetzte Aufwertung des Euro weckt bei den Anlegern Bedenken über mögliche Belastungen für die stark exportorientierte deutsche Industrie. Deren Waren würden dann außerhalb der Eurozone teurer, was die Nachfrage drücken könnte.

Auf Unternehmensseite sorgte der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger abermals für negative Schlagzahlen. Das Unternehmen zieht nach einer Serie von Gewinnwarnungen die Reißleine und spaltet sich auf. Wegen hoher Wertberichtigungen rechnet der Konzern im ersten Halbjahr zudem mit einem deutlichen Verlust. Die Anleger scheinen endgültig die Geduld zu verlieren: Der Kurs brach um 15 Prozent ein.

Den Aktionären von ProSiebenSat.1 verdarb das angekündigte Ende der TV-Karriere des Entertainers Stefan Raab die Laune. Der Kurs fiel um 2,21 Prozent.