Dax gibt wegen Griechenland-Hängepartie weiter nach

Auch überraschend gute Auftragszahlen aus der deutschen Industrie haben dem Dax am Morgen nicht auf die Sprünge helfen können. Die nervenzehrende Hängepartie um Griechenlands Schuldentilgung und der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht machten Zurückhaltung zum Gebot der Stunde.

Dax gibt wegen Griechenland-Hängepartie weiter nach
Fredrik von Erichsen Dax gibt wegen Griechenland-Hängepartie weiter nach

Der deutsche Leitindex verlor - belastet von schwächeren Vorgaben aus Übersee - im frühen Handel weitere 0,70 Prozent auf 11 261,15 Punkte.

Die Anleger bleiben nervös - nicht zuletzt auch wegen starker Ausschläge an den Anleihenmärkten und im Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung reagierte positiv darauf, dass die Zahl der Bestellungen in der deutschen Industrie um 1,4 Prozent angezogen hatte - anstelle der erwarteten 0,5 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel am Freitagmorgen um 0,60 Prozent auf 20 157,61 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,35 Prozent auf 1686,44 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor gut ein halbes Prozent.

Entgegen erster Planungen soll es am Freitag nun doch kein Spitzentreffen auf EU-Ebene zur Lösung der griechischen Finanzkrise in Brüssel geben. Dies verlautete am Donnerstagabend aus EU-Kreisen. Die jüngste Entwicklung wie etwa die Bündelung der an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu zahlenden Tilgungsraten sei kein gutes Zeichen. Es werde jetzt noch schwieriger, hieß es.

Tags zuvor hatte Athen vom IWF einen kurzen Zahlungsaufschub erhalten. Die vier einzelnen im Juni fälligen Tilgungsraten dürfen nun gebündelt bis zum 30. Juni gezahlt werden. Den Devisenexperten der Commerzbank zufolge sollten sich die Anleger darauf einstellen, dass sich der Markt bis Ende Juni vermehrt mit einem möglichen Scheitern der Verhandlungen auseinandersetzt.

Besonders schwach zeigte sich europaweit die Automobilbranche. Die Vorliebe der Chinesen für Aktien hat den Wachstumskurs des Automarkts in China gestoppt. Die Pkw-Auslieferungen zogen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um lediglich 3,8 Prozent an - die schwächste jemals in einem Mai gemessene Wachstumsrate des inzwischen größten Automarkts der Welt. BMW, Daimler und Volkswagen gehörten damit zwischen 1,3 Prozent und 1,5 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten.