Dax kommt vor dem Wochenende kaum vom Fleck

Mit der starken Kursrally vom Himmelfahrtstag hat der Dax sein Pulver zunächst verschossen.

Der von Börsianern erhoffte Ausbruch aus dem seit Mitte April vorherrschenden Abwärtstrend gelang dem deutschen Leitindex bis zum Nachmittag nicht.

Zuletzt lag der Dax noch mit 0,04 Prozent im Plus bei 11 564,27 Punkten, nachdem er seine Vortagesgewinne zwischenzeitlich noch um gut ein halbes Prozent hatte ausbauen können.

Dass die Stimmung in der US-Industrie zuletzt weniger gut war als erhofft, ließ den Dax weitgehend kalt. Helaba-Experte Ralf Umlauf sieht durch die Daten auch keine neuen Signale auf den Zeitpunkt der mit Spannung erwarteten Zinswende in den USA. Das billige Geld der Notenbanken treibt die Märkte seit Jahren, weshalb Experten hier genau hinschauen.

Auf Wochensicht liegt der Dax nun noch mit 1,24 Prozent hinten, nachdem es in der Spitze mehr als 4 Prozent nach unten gegangen war. Positive Signale kamen vom Devisenmarkt: Dort gab der Euro einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder ab. Der starke Euro hatte den Dax in den vergangenen Wochen immer wieder belastet. Denn wenn der Euro steigt, werden deutsche Waren außerhalb der Eurozone teurer.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Freitag um 0,64 Prozent auf 20 709,97 Punkte nach oben und der TecDax der Technologietitel stieg um 0,54 Prozent auf 1677,55 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone legte moderat zu.

In den vergangenen Wochen hatten Turbulenzen an den Anleihemärkten und der wieder erstarkte Euro auf dem Börsenbarometer gelastet. Am Freitag entspannte sich die Lage aber ein Stück weit: Der Eurokurs fiel wieder unter die Marke von 1,14 US-Dollar. Auch die Renditen für die Staatsanleihen sind wieder etwas auf dem Rückzug. Ihr Anstieg hatte Aktien für Anleger schrittweise weniger attraktiv gemacht.

Auf Unternehmensseite waren die Nachrichten zum Wochenschluss dünn gesät: Die Aktien von ThyssenKrupp büßten mit einem Minus von 1,14 Prozent einen Teil ihrer deutlichen Vortagesgewinne ein. Am Donnerstag hatten Spekulationen über EU-Strafzölle für einige Stahlimporte den Aktien heimischer Stahlkonzerne Rückenwind verliehen. Die Papiere des Stahlkochers Salzgitter und des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) hatten sogar jeweils um mehr als 6 Prozent zugelegt. Am Freitag fielen Salzgitter-Aktien um 1,60 Prozent. Die KlöCo-Anteilsscheine bauten ihre Vortagesgewinne aber aus und stiegen um gut 2 Prozent.

Im Kleinwerte-Index SDax verteuerten sich die Aktien des Automobilzulieferers Stabilus nach der Vorlage der Geschäftsergebnisse um über 7 Prozent auf ein Rekordhoch. Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz bezeichnete die Ergebnisse des zweiten Geschäftsquartals als «hervorragend».

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter
Bundeswertpapiere von 0,60 Prozent am Vortag auf 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 138,34 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,25 Prozent auf 153,27 Punkte vor. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1328 (Donnerstag: 1,1419) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8828 (0,8757) Euro.