Dax kommt wieder auf Trab

Nach der schwachen Vorwoche ist der deutsche Aktienmarkt zum Wochenauftakt wieder auf die Füße gekommen. Die festen Vorgaben von der Wall Street, wo der S&P-500-Index am vergangenen Freitag einen neuen Schlussrekord erreicht hatte, stützen den Dax im frühen Handel.

Dax kommt wieder auf Trab
Fredrik von Erichsen Dax kommt wieder auf Trab

Das wichtigste deutsche Börsenbarometer konnte seine Gewinne um 0,68 Prozent auf 11 524,98 Punkte ausbauen. Der Index der mittelgroßen Werte MDax gewann 0,38 Prozent auf 20 680,87 Punkte hinzu. Der TecDax der Technologietitel rückte um 0,24 Prozent auf 1673,30 Zähler vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone legte um 01,6 Prozent zu.

Gebeutelt unter anderem vom starken Euro, den Turbulenzen am Anleihemarkt und Sorgen um die US-Wirtschaft hatte der deutsche Leitindex in der Vorwoche noch seinen seit Mitte April vorherrschenden leichten Abwärtstrend fortgesetzt. Am Ende stand ein Wochenminus von 2,2 Prozent.

Aber auch die neue Woche hat durchaus Potenzial, für Kurskapriolen zu sorgen: «Nach den zuletzt schwächer als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten dürften die Anleger wohl erst einmal sehr vorsichtig agieren», schrieb Marktanalyst Rick Spooner von CMC Markets am Morgen.

Zudem dürften die Investoren die weitere Entwicklung im griechischen Schuldendrama sehr genau verfolgen, insbesondere da von Konjunkturseite mangels wichtiger Daten zum Wochenstart kaum Kurstreiber zu erwarten seien, schrieb Craig Erlam vom Währungshändler Oanda. Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern erhöhen Deutschland und die EU-Kommission den Druck auf Athen und warnen vor weiteren Verzögerungen.

Unter den Einzelwerten im Dax gehörten die Papiere von Volkswagen trotz rückläufiger April-Absatzzahlen mit 1,78 Prozent Kursplus zu den größten Index-Gewinnern. Papiere des Düngemittelherstellers K+S erholten sich unterdessen von ihrer jüngsten Schwäche und kletterten um rund eineinhalb Prozent.

RWE-Aktien hatten hingegen wegen einer bereits vor dem Wochenende bekanntgewordenen Gewerbesteuernachzahlung das Nachsehen. Sie verloren 1,27 Prozent. Der Versorger muss einen dreistelligen Millionenbetrag für die Jahre 2004 bis 2008 nachzahlen.

Im MDax honorierten die Anleger Aussagen von Osram-Chef Olaf Berlien, wonach sein Unternehmen die Abspaltung des traditionellen Beleuchtungsgeschäfts schnell vorantreiben wolle. Der Bereich solle binnen zwölf Monaten selbstständig sein, sagte der Manager der «Süddeutschen Zeitung» (Montag). Osram-Anteilsscheine verteuerten sich um zuletzt 2,15 Prozent.