Dax legt nach Rally am Vortag weiter zu

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich nach der Rally zur Wochenmitte weiter optimistisch gezeigt.

Dax legt nach Rally am Vortag weiter zu
Fredrik von Erichsen Dax legt nach Rally am Vortag weiter zu

Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black begründete dies mit positiven Konjunkturdaten aus China: In dem auch für deutsche Firmen wichtigen Land war die Industrieproduktion im Mai stärker in Schwung gekommen als erwartet. Im Griechenland-Streit indes zeichnete sich zunächst weiter keine Lösung ab. Der Dax rückte am Donnerstag im frühen Handel um 0,68 Prozent auf 11 341,77 Punkte vor.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 0,74 Prozent auf 20 209,05 Punkte nach oben und der TecDax stieg um 1,32 Prozent auf 1682,04 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 0,57 Prozent.

Hoffnungen auf eine Einigung im nervenzehrenden Schuldenstreit der EU-Geldgeber mit Griechenland hatten den Dax am Mittwoch um 2,40 Prozent nach oben getrieben.

Das mit vielen Erwartungen verbundene Spitzentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und dem französischen Präsidenten François Hollande brachte am Mittwochabend jedoch dem ersten Anschein nach keine konkreten Ergebnisse.

Ein Regierungssprecher sagte lediglich, der Meinungsaustausch habe in konstruktiver Atmosphäre stattgefunden. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stufte überdies die Kreditbewertung Griechenlands weiter herab.

Nach Auffassung des Analysten Christian Schmidt von der Landesbank Helaba ist es zwar erfreulich, dass der Dax zur Wochenmitte die psychologisch wichtige 11 000er-Marke zurückerobert hatte. Jedoch müsse sich in den kommenden Tagen zeigen, wie viel der Anstieg vom Mittwoch tatsächlich Wert sei.

An der Dax-Spitze zogen die Papiere von Lanxess um 3,28 Prozent auf 52,94 Euro an. Die Baader Bank hatte die Anteilsscheine des Spezialchemiekonzerns zum Kauf empfohlen.

Favorit im MDax waren die Aktien von Gerry Weber mit einem Plus von mehr als 3 Prozent. Sie erholten sich damit etwas von ihrem Kurssturz um rund 30 Prozent. Nachdem der Modekonzern seine Jahresprognose erneut kassiert hatte, waren Anleger am Mittwoch scharenweise aus den Papieren des Unternehmens geflüchtet.

Der Börsengang der Wacker-Tochter Siltronic ist am Donnerstagmorgen doch noch versöhnlich verlaufen. Nachdem das Interesse von Investoren zunächst schwach schien, startete die Aktie zu Handelsbeginn 5 Prozent über dem Ausgabepreis von 30 Euro. Der erste Aktienkurs auf dem Handelssystem Xetra und an der Frankfurter Wertpapierbörse lag bei 31,50 Euro. Zuletzt standen die Anteilsscheine bei 32,43 Euro.