Dax leidet erneut unter Griechenland-Sorgen

Dem Dax ist angesichts der unsicheren Lage in Griechenland die Kraft ausgegangen. Zudem belasteten die Schwankungen am Anleihemarkt sowie der wieder erstarkte Euro die Kurse.

Nachdem die jüngste Erholung bereits zu Beginn der neuen Woche ins Stocken geraten war, fiel der deutsche Leitindex nun am Dienstag um 1,47 Prozent auf 11 501,60 Punkte.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 1,47 Prozent auf 20 344,83 Punkte nach unten und der TecDax gab um 1,37 Prozent auf 1649,25 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte anderthalb Prozent ein.

Bereits zum Wochenbeginn sei einmal mehr sichtbar geworden, dass ein mögliches Ausscheiden des pleitebedrohten Griechenlands aus der Eurozone für ordentlich Verunsicherung an den Märkten sorgen könne, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einem Morgenkommentar. Solange dies andauere, werde es immer wieder zu heftigen Kursschwankungen kommen. Die Europartner streben innerhalb der kommenden drei Wochen einen Kompromiss mit Griechenland über ein Reformpaket an.

Neben der wieder in den Fokus gerückten Griechenland-Krise machten Börsianer die zuletzt teils heftigen Schwankungen an den Anleihemärkten für den Druck auf den Aktienmarkt verantwortlich. Fallen bei Anleihen die Preise, bedeutet das steigende Renditen - und diese machen Aktien im Vergleich weniger attraktiv.

Ein wieder über die Marke von 1,12 US-Dollar gestiegener Eurokurs tue sein Übriges und nehme dem deutschen Aktienmarkt die Kraft für eine Fortsetzung der Rally vom Jahresanfang, sagte Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets. Ein stärkerer Euro belastet exportorientierte Firmen, da deren Produkte im Ausland teurer werden, und verleitet zudem ausländische Anleger zu Gewinnmitnahmen.

Auch von der Quartalsberichtssaison der Unternehmen kamen kaum positive Impulse. Im Dax schafften es nur die Papiere des Industriekonzerns ThyssenKrupp ins Plus. Die verteuerten sich um 4,58 Prozent, nachdem das Unternehmen nach einem Gewinnanstieg im abgelaufenen Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr angehoben hatte.

Der Dünger- und Salzproduzent K+S konnte die hohen Erwartungen der Anleger trotz des Rückenwinds durch höhere Preise und den schwachen Euro im ersten Quartal nicht erfüllen. Die Papiere knickten als größter Verlierer im Dax um mehr als 4 Prozent ein.

Für die Aktien der Deutschen Post ging es um mehr als 3 Prozent bergab. Hohe Umbaukosten im Frachtgeschäft und in der Lieferkettenlogistik hatten dem Konzern im ersten Quartal einen leichten Gewinnrückgang eingebrockt.