Dax nach Einigung mit Griechenland weiter im Aufwind

Die Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland hat dem deutschen Aktienmarkt am Montag weiter Auftrieb gegeben. Der Dax ging mit einem Plus von 1,49 Prozent bei 11 484,38 Punkten aus dem Handel.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax legte um 1,71 Prozent auf 20 584,10 Punkte zu. Für den TecDax ging es sogar um 2,20 Prozent auf 1740,05 Punkte hoch. Am Morgen hatten die Staats- und Regierungschefs der Eurozone den Weg für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland geebnet. Ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone - kurz «Grexit» - ist damit erst einmal vom Tisch.

Bei aller Erleichterung sind Marktteilnehmer aber weiterhin vorsichtig. Die Kuh sei noch nicht vom Eis, kommentierte Marktexperte Christian Henke von IG Markets. Denn zunächst muss das griechische Parlament den Reformmaßnahmen bis diesen Mittwoch zustimmen. Auch die nationalen Parlamente der Eurozonen-Länder müssen den Griechenland-Deal erst noch billigen. Die Champagnerflaschen sollten vorerst im Kühlschrank bleiben, schrieb Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

Bankaktien zählten zu den Gewinnern des Tages. Sie hatten bereits Ende letzter Woche deutlich von der Hoffnung auf Fortschritte im griechischen Schuldenstreit profitiert. Am Montag legten nun die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank um 3,33 beziehungsweise 2,51 Prozent zu.

Die Aktien der Deutschen Börse zogen an der Dax-Spitze nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs um 4,38 Prozent an. Analyst Chris Turner erwartet, dass der Börsenbetreiber das obere Ende seiner Umsatz- und Ergebnisziele nicht nur erreicht, sondern möglicherweise sogar übertrifft. Am Dax-Ende fanden sich die BMW-Aktien mit einem Minus von 0,24 Prozent. Börsianer verwiesen hier auf die Gewinnwarnung des chinesischen BMW-Partners Brilliance.

Im TecDax kletterten die Anteilsscheine von Nordex um 4,65 Prozent in die Höhe. Der Windanlagenhersteller profitierte von einem Auftrag aus Frankreich. Die zuletzt bereits sehr gefragten Nemetschek-Aktien beschleunigten ihren Aufwärtstrend noch einmal und markierten bei 36,43 Euro den höchsten Stand ihrer Börsengeschichte. Zum Handelsschluss kosteten die Papiere des Spezialisten für Bausoftware 34,745 Euro - ein Plus von 5,58 Prozent.

Der EuroStoxx 50 gewann 1,75 Prozent auf 3590,43 Punkte. Beim Pariser Cac-40-Index und beim Londoner FTSE-100-Index gab es Kursaufschläge von rund zwei beziehungsweise einem Prozent. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss ebenfalls mit gut einem Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,75 (Freitag: 0,66) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,31 Prozent auf 137,90 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,43 Prozent auf 151,23 Punkte vor. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1049 (Freitag: 1,1185) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9051 (0,8941) Euro.