Dax schwankt zwischen Griechenland-Hoffnung und China-Sorgen

Wieder aufgekeimte Hoffnungen auf den Verbleib Griechenlands in der Eurozone haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch gestützt. Der Handel bleibe aber sehr nervös, sagten Händler am Morgen.

Vor allem die Krisenstimmung an den chinesischen Märkten rückt mehr und mehr in den Fokus der Anleger und bremste den Erholungsversuch hierzulande merklich ab.

Der Dax schwankte in der ersten Stunde zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten. Zuletzt gab es wieder ein Plus von 0,44 Prozent auf 10 723,39 Punkte. Am Vortag war der deutsche Leitindex mit einem Minus von fast 2 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar gefallen.

Der MDax der mittelgroßen Werte konnte seine Startgewinne nicht behaupten und bröckelte mit 0,05 Prozent leicht ins Minus auf 19 406,24 Punkte ab. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor sogar 0,43 Prozent auf 1618,25 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann dagegen 0,92 Prozent.

Nach dem spekulativen und vielfach kreditfinanzierten chinesischen Aktienboom der vergangenen Monate haben die Indizes in Shenzhen und Shanghai seit Mitte Juni mehr als ein Drittel an Wert verloren. In diesem Sog fiel am Mittwoch auch der japanische Nikkei-Index deutlich.

«Die mediale Dominanz der griechischen Schuldenkrise verdeckt eine viel größere Bedrohung für Weltkonjunktur und Weltfinanzmärkte: die chinesische Anlageblase», sagte Börsenexperte Robert Halver von der Baader Bank. Fatal für die Realwirtschaft wäre es, wenn normalerweise konsumfreudige Chinesen ihre Portemonnaies nun aus Gründen des «Angstsparens» geschlossen hielten.

Sorgen über die Entwicklung in China haben insbesondere die hiesigen Auto-Werte in den Keller gedrückt. Am Morgen waren ernüchternde Verkaufszahlen gekommen: Der Pkw-Absatz in der Volksrepublik fiel im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 1,43 Millionen Autos.

BMW-Aktien rutschten zusätzlich belastet von einem kritischen Analysten-Kommentar mit minus 3,43 Prozent auf 90,68 Euro ans Dax-Ende. Die Vorzugsaktien von Volkswagen verbilligten sich um 2 Prozent, die Papiere von Daimler verloren fast 3 Prozent an Wert.

Die Aktie von K+S blieb wegen des Übernahmeangebots des kanadischen Wettbewerbers Potash ebenfalls im Fokus: Titel des Salz- und Düngemittelherstellers gewannen als einer der besten Dax-Werte 0,64 Prozent auf 37,105 Euro. Die kanadische Tageszeitung «Globe & Mail» schrieb unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, dass Potash unter Umständen bereit sein könnte, das Angebot zu erhöhen.

Im TecDax brachte eine Gewinnwarnung die Aktie von LPKF Laser zu Fall. Der Lasertechnik-Spezialist muss aufgrund eines unerwartet schwachen Auftragseingangs seine Jahresziele aufgeben, die Prognose für 2016 und darüber hinaus wird überprüft. Das sorgte bei der Aktie zuletzt für einen Kursrutsch von 11,53 Prozent auf 7,25 Euro.