Dax schwankt «zwischen Hoffen und Bangen»

Trotz stockender Gespräche setzen die Anleger am deutschen Aktienmarkt weiter auf eine Lösung für die griechische Schuldenkrise. Am Morgen machte der Dax seine anfänglichen Kursverluste wett und stand zuletzt 0,20 Prozent im Plus bei 11.494,43 Punkten.

Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets sah den deutschen Leitindex «zwischen Hoffen und Bangen».

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,14 Prozent auf 20.262,96 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,14 Prozent auf 1691,62 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,11 Prozent auf 3614,86 Zähler.

Zu Wochenbeginn hatte die Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen Geldgebern und griechischer Regierung die Kurse kräftig in die Höhe getrieben. Doch am Mittwoch war die Stimmung gekippt, da Beratungen der Euro-Finanzminister ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren. Auch der Donnerstag begann am deutschen Aktienmarkt mit Verlusten.

Nun treffen sich Athens Regierungschef Alexis Tsipras und Spitzenvertreter der Geldgeber zu erneuten Gesprächen über weitere Milliardenhilfen. Um die Mittagszeit kommen die Euro-Finanzminister abermals zu Beratungen zusammen, bevor der Gipfel der Euro-Staats- und Regierungschefs beginnt.

Ohne eine Abmachung können 7,2 Milliarden Euro blockierte Hilfen nicht fließen. Und ohne frisches Geld droht Griechenland bald die Staatspleite. «Es sieht nach einem weiteren Tag intensiver Verhandlungen aus», sagte Analyst Craig Erlam vom Währungshändler Oanda. «Viele Fristen sind verstrichen, aber am kommenden Dienstag muss Griechenland 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen.»

Im Dax zollten die Aktien des exportabhängigen Autobauers Volkswagen (VW) dem etwas stabilisierten Euro Tribut und verloren 0,66 Prozent. Eine starke Gemeinschaftswährung verteuert die Produkte der Wolfsburger für Käufer außerhalb der Währungszone. Besser hielten sich die Papiere der Konkurrenten BMW mit minus 0,39 Prozent und die prozentual unveränderten Daimler-Aktien.

Die Aktien von Osram sanken nach negativen Branchennachrichten aus den USA um 2,09 Prozent. Händler verwiesen auf gesenkte Umsatzziele des US-amerikanischen LED-Herstellers Cree, dessen Papiere daraufhin nachbörslich um knapp fünfeinhalb Prozent abgesackt waren.

Die Papiere von Wacker Chemie gehörten mit plus 1,21 Prozent zu den besten Werten im MDax. Börsianern zufolge gaben der weitere Preisanstieg für Solarmodule und die damit verbundene Aussicht auf steigende Preise für den Rohstoff Polysilizium Auftrieb. Der Konzern ist mit seinem Geschäftsbereich Wacker Polysilicon hier aktiv.