Dax setzt Erholungskurs fort

Die Akteure am Aktienmarkt blicken nach der Verunsicherung der vergangenen Tage wieder optimistischer auf die Griechenland-Krise. Fortschritte im Schuldenstreit zwischen Athen und seinen Geldgebern gibt es allerdings weiterhin keine.

Der Dax knüpfte an seine rasante Vortageserholung an und stieg bis zum Mittag um 1,10 Prozent auf 11 222,76 Punkte. Auf Wochensicht schaffte der deutsche Leitindex damit den Sprung in die Gewinnzone.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 0,84 Prozent auf 19 686,63 Punkte nach oben und das Technologiebarometer TecDax legte um 0,73 Prozent auf 1649,76 Zähler zu. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 stieg um mehr als 1 Prozent.

Die Finanzminister der Eurozone wollen nun noch vor dem für Montag geplanten Griechenland-Gipfel erneut beraten. Sehr wahrscheinlich werde es am Montag auch ein Treffen der Eurogruppe geben, sagte der finnische Ressortchef Alexander Stubb in Luxemburg. «Wir müssen irgendeinen Vorschlag auf dem Tisch haben für den Euro-Gipfel.» Ein EU-Diplomat ergänzte, der Termin sei wahrscheinlich, aber noch nicht bestätigt.

Erst gestern war ein Treffen der Euro-Finanzminister ohne Einigung mit Griechenland zu Ende gegangen. EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte daraufhin den Sondergipfel mit Staats- und Regierungschefs der Eurozone einberufen.

Im Fokus steht heute zudem der große Verfallstermin an den internationalen Options- und Futures-Märkten: Der so genannte «Hexensabbat» könnte für zusätzliche Kursausschläge sorgen.

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien des Industriekonzerns ThyssenKrupp. Sie stiegen nach einer Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup um 3,67 Prozent. Auch die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co wurden von einer Empfehlung angeschoben. Sie rückten an der MDax-Spitze um rund 5 Prozent vor. Bei ihnen sieht die US-Investmentbank Goldman Sachs nach den Kursverlusten der vergangenen Monate eine gute Gelegenheit.

Für die Papiere des Baukonzerns Hochtief ging es um 2,41 Prozent nach oben. Das Unternehmen baut einen Teil der neuen Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke von San Francisco nach Los Angeles. Die arg gebeutelten Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger erholten sich um 1,21 Prozent, nachdem sie am Donnerstag nach einer abermaligen Gewinnwarnung um 14 Prozent eingebrochen waren.