Entspannte Anleger bringen Dax auf Höchststand

Die Entspannung rund um die griechische Schuldenkrise treibt den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn weiter an.

Der Dax sprang zwischenzeitlich um rund ein Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Mai. Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex mit 0,94 Prozent im Plus bei 11 783,19 Punkten.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 0,90 Prozent auf 21 186,05 Punkte nach oben, und das Technologiebarometer TecDax zog um 1,69 Prozent auf 1831,55 Punkte an. Der Index der kleineren Werte SDax erklomm bei 9159 Punkten ein weiteres Rekordhoch, und auch der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 stand deutlich im Plus.

Die große Anspannung der letzten Monate sei nun erst einmal weg, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Der deutsche Aktienmarkt befinde sich nun im Entspannungsmodus. Allmählich kehrten die Anleger zur Normalität zurück. Die Stimmung bessere sich, zumal die Investoren mit einer guten Berichtssaison der deutschen Unternehmen rechneten. Anleger, die den steilen Anstieg des Dax seit Anfang Juli verpasst hätten, suchten nun ihre Chance.

Hierzulande spielt die Musik vor allem bei den Nebenwerten: Dank mehrerer Großaufträge von Smartphone-Herstellern schnellten die Papiere von Manz mit einem Kurssprung von mehr als 14 Prozent an die TecDax-Spitze. Ein positiver Analystenkommentar schob die Aktien des Lichtkonzerns Osram mit plus 4,37 Prozent an die MDax-Spitze. Positive Effekte wie der Rückenwind von der Währungsseite und auch die zu erwartenden positiven Nachrichten aus dem Unternehmen dürften mögliche Probleme im schweren Markt besser ausgleichen als bisher gedacht, schrieb Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler und strich daraufhin seine Verkaufsempfehlung.

Im SDax kletterten die Papiere von SGL Carbon um rund 3 Prozent an. Die Sanierung des angeschlagenen Kohlenstoffspezialisten kommt das Unternehmen zwar weiter teuer zu stehen. An den Prognosen hielt der Vorstand aber fest. Aktien des Keramikherstellers Villeroy & Boch stiegen um 3,30 Prozent. Die Ergebnisse für das zweite Quartal seien besser als erwartet ausgefallen, sagte ein Aktienhändler.

Die Papiere von ThyssenKrupp knüpften im Dax an ihre jüngste Erholung an und stiegen um 1,73 Prozent. Spitzenreiter waren die Anteilsscheine der Commerzbank mit plus 1,75 Prozent.

Am Index-Ende litten die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) mit einem Minus von mehr als 1 Prozent unter Kurszielsenkungen der Privatbank Berenberg und der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas. Nach Jahren der ungebremsten Rekordfahrt steht bei dem Autobauer zudem die Halbjahresbilanz der Verkäufe im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,62 Prozent am Freitag auf 0,59 Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,11 Prozent auf 138,75 Punkte vor. Der Bund-Future stieg um 0,16 Prozent auf 152,98 Zähler. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0852 (Freitag: 1,0889) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9215 (0,9184) Euro.