Griechenland drückt Dax weiter runter

Die nervenzehrende Hängepartie um Griechenlands Schuldentilgung hat den Dax erneut spürbar belastet. Der deutsche Leitindex schloss nach einem turbulenten Handelstag unter der Marke von 11 200 Punkten.

Starke US-Arbeitsmarktdaten und ein deshalb schwächerer Euro konnten die Verluste nur zeitweise begrenzen.

Der deutsche Leitindex beendete den Handel mit einem Minus von 1,26 Prozent auf 11 197,15 Punkte und verbuchte damit auf Wochensicht einen Verlust von knapp 2 Prozent. Seit seiner vor rund zwei Wochen eingeschlagenen Talfahrt hat er damit insgesamt bereits 5,6 Prozent verloren.

Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Freitag um 1,35 Prozent auf 20 005,52 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,42 Prozent auf 1668,30 Punkte ein.

Dass der Dax trotz überzeugender Arbeitsmarktdaten aus den USA und der daraus resultierenden Euro-Schwäche nachgegeben habe, liege an der Unsicherheit um Griechenland, kommentierte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Devisenhändler CMC Markets. «Das Griechenland-Drama geht erneut in die Fortsetzung; die nun dazu gewonnene Zeit für ein Abkommen mit den europäischen Geldgebern macht nicht viel Hoffnung auf eine zeitnahe Einigung der beiden Parteien.»

Unter den Einzelwerten innerhalb der Dax-Familie mit den Indizes Dax, MDax, TecDax und SDax konnten sich nur wenige Aktien gegen den negativen Trend stemmen. In der ersten Börsenliga gab es diesmal nur Verlierer. Am besten konnten sich hier noch die Versicherer halten: Die Papiere der Allianz gaben vergleichsweise moderate 0,38 Prozent ab, die der Munich Re verloren 0,54 Prozent.

Die Papiere der Kupferhütte Aurubis zählten mit plus 1,58 Prozent im MDax zu den wenigen Gewinnern und lagen damit im europaweiten Trend, nachdem der Kupferpreis wieder anzog. Die Rohstoffbranche war neben der Öl- und Gasbranche die einzige im Plus.

An der TecDax-Spitze fielen die Anteilsscheine von Telefonica Deutschland mit einem Aufschlag von 0,91 Prozent auf. Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe zeigt sich zuversichtlicher für die Aktie und empfiehlt, sie nun nicht mehr zu verkaufen.

Europaweit verbuchten die Börsen Verluste: Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, büßte 1,30 Prozent auf 3510,01 Punkte ein und auch in London und Paris zeigten sich die wichtigsten Indizes schwach. In den USA tendierten die vier wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss wenig verändert, nur der Leitindex Dow Jones Industrial gab mit zuletzt 0,17 Prozent etwas deutlicher nach.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,73 Prozent am Vortag auf 0,68 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 137,90 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,18 Prozent auf 151,53 Punkte.

Der Eurokurs, der nach den robusten US-Arbeitsmarktdaten zeitweise bis auf 1,1049 US-Dollar gesunken war, erholte sich bis zum Abend wieder etwas und wurde zuletzt bei 1,1107 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1218 (Donnerstag: 1,1317) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8914 (0,8836) Euro.