Griechenland im Fokus der Börsen: Warten auf Entscheidung

Vor dem erwarteten Showdown im Griechenland-Drama haben die wichtigsten Börsenbarometer in Deutschland am Freitag leichte Kursgewinne verzeichnet.

Trotz weiterhin verhärteter Positionen von Griechenland und den Geldgebern zeigten sich Anleger zuversichtlich und zurückhaltend zugleich, sagte Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets. Bei einem Scheitern der Verhandlungen oder der Ablehnung einer Einigung durch das griechische Parlament sei eine neue Frist möglich.

Der Leitindex Dax blieb am Freitag mit einem Plus von 0,17 Prozent auf 11 492,43 Punkte in Lauerstellung. Auf Wochensicht legte das Aktienbarometer um mehr als 4 Prozent zu. Am Montag hatten Hoffnungen auf ein Ende des Schuldenstreits zwischen Griechenland und seinen Geldgebern dem Dax noch den größten Tagesgewinn seit Anfang August 2012 gebracht. Rückschläge in den Verhandlungen ließen die Kurse dann etwas bröckeln.

Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte gewann am Freitag 0,27 Prozent auf 20 350,21 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax trat mit einem Minus von 0,02 Prozent auf 1695,99 Punkte nur auf der Stelle.

Auf der Aktienseite zog K+S fast die gesamte Aufmerksamkeit auf sich: Potash hat ein Auge auf den Salz- und Düngemittelhersteller geworfen. Der kanadische Wettbewerber winkt anscheinend mit einer dicken Übernahmeprämie. Als Tagesgewinner im Dax sprangen die Aktien der Kasseler um 29,62 Prozent auf 37,655 Euro. Einige Analysten sehen noch Potenzial nach oben, auch zum kolportierten Kaufpreis von mehr als 40 Euro je K+S-Aktie. So hob Analyst Michael Schäfer von der Investmentbank Equinet sein Kursziel auf 55 Euro.

Die Nachrichten zu K+S schürten bei anderen Werten Hoffnungen auf einen baldigen Aufstieg in den Dax: Die Papiere des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 kletterten im MDax um 1,21 Prozent nach oben und die Anteile der Immobiliengesellschaft Deutsche Annington zogen um 1,11 Prozent an. Bei einer Übernahme von K+S müssten die Aktien wahrscheinlich aus dem Dax ausscheiden.

Dagegen gehörten die Infineon-Titel mit minus 0,29 Prozent zu den schwächeren Werten im Dax. Als Grund sahen Börsianer gesenkte Unternehmensziele des Wettbewerbers Micron Technology aus den USA. Der amerikanische Halbleiterhersteller hatte seinen Ausblick für den Umsatz im vierten Geschäftsquartal nach unten revidiert und liegt damit nun unter den Analystenerwartungen. Der größte Verlierer im Leitindex kam aber mit der FMC-Aktie, die um fast 1 Prozent nachgab, aus dem Gesundheitssektor. Auch Merck-Papiere fielen zurück.

Bei Adidas zeigten sich die Anleger unentschlossen, ob starke Zahlen von US-Konkurrent Nike eher gut oder schlecht für den deutschen Sportartikelhersteller sind: Zum Schluss stand ein Minus von 0,77 Prozent. Ein guter Geschäftsverlauf beim wichtigsten Konkurrenten sei zwiespältig, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,69 (Donnerstag: 0,67) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 137,98 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,55 Prozent auf 150,12 Zähler. Der Eurokurs sackte zum US-Dollar etwas ab. Er wurde am Nachmittag bei 1,1155 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1202 (1,1206) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8927 (0,8924) Euro