Griechenland-Krise sorgt für leichte Verluste im Dax

Die Griechenland-Krise hat für Zurückhaltung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Nach der kräftigen Erholung des Dax Ende vergangener Woche fehlten dem Leitindex die Impulse für weitere Kursgewinne.

Er fiel um 0,31 Prozent auf 11 673,35 Punkte. In der Vorwoche hatte das Börsenbarometer dank robuster US-Arbeitsmarktdaten einen zwischenzeitlichen Kursrutsch vergessen gemacht und letztlich um mehr als 2 Prozent zugelegt. Vor allem ein sehr schwacher Anleihemarkt hatte zuvor belastet.

Inzwischen hat sich die Lage zwar etwas beruhigt, doch die Anleiheentwicklung bleibt im Fokus, da fallende Preise steigende Renditen bedeuten. Das wiederum schmälert die Attraktivität von Aktien.

Der MDax schloss zum Wochenstart mit minus 0,04 Prozent bei 20 595,98 Punkten fast unverändert, während es für den TecDax um 0,59 Prozent auf 1672,20 Punkte nach oben ging. Analyst Jens Klatt vom Handelshaus DailyFX sprach angesichts der nur geringfügigen Gewinnmitnahmen von einer Stabilisierung der Börse. «Sollte es dem Dax in den nächsten Tagen gelingen, das Level von 11 750 Punkten zu überwinden, wäre der Weg zurück in Richtung 12 000 Punkten frei.» Eine Annäherung zwischen Brüssel und Athen etwa könnte solch ein Auslöser sein.

Zwar dürfte es so rasch keine Hilfsmilliarden seitens der Euro-Partner für Griechenland geben, dennoch zeigte sich der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis optimistisch, dass «in den nächsten Tagen» ein Kompromiss mit Blick auf das geforderte Reformpaket gefunden werden könnte.

Dax-Spitzenreiter waren die Aktien der Lufthansa, die nach einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Merrill Lynch um 3,36 Prozent stiegen. Analyst Mark Manduca sieht nach der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Monate nun wieder Aufwärtspotenzial.

Die Airbus-Papiere büßten im MDax 2,10 Prozent ein, nachdem ein Militärtransportflugzeug vom Typ Airbus A400M bei einem Testflug in Spanien abgestürzt war. Die Ursache für den Absturz, bei dem vier von sechs Besatzungsmitgliedern ums Leben gekommen waren, ist noch unklar. Laut Medienberichten könnten aber Triebwerksschäden der Grund sein, weshalb auch die Aktien des Triebwerksbauers MTU in Mitleidenschaft gezogen wurden und um 0,60 Prozent nachgaben. MTU ist am Triebwerkskonsortium EPI beteiligt, das den Turboprop-Antrieb für die A400M herstellt.

Die Aktien von Talanx und Gea hingegen gehörten nach der Vorlage von Quartalszahlen zu den Favoriten im MDax. Die Talanx-Papiere stiegen um 1,10 Prozent. Der Versicherer hatte im ersten Quartal den Folgen des Orkans «Niklas» und hoher Brandschäden in der Industrie getrotzt. Für die Papiere des Anlagenbauers Gea ging es nach einem optimistischeren Geschäftsausblick um 2,84 Prozent nach oben.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag mit minus 0,69 Prozent bei 3624,41 Punkten. Auch die nationalen Indizes in Paris und London gaben nach. In New York zeigte sich der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss mit minus 0,11 Prozent wenig verändert.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,46 Prozent am Freitag auf 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 138,70 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,41 Prozent auf 153,95 Punkte ein. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1142 (Freitag: 1,1221) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8975 (0,8912) Euro.