Hohe Nervosität am Aktienmarkt lässt Kurse schwanken

Nervöse Anleger haben den deutschen Aktienmarkt auf Berg- und Talfahrt geschickt.

Hin- und hergerissen zwischen dem wieder deutlich schwächelnden Euro auf der einen Seite sowie der Sorge um Griechenland und dem Ausgang der Regionalwahlen in Spanien auf der anderen Seite sprang der Dax in kürzester Zeit um insgesamt etwas mehr als 200 Punkte nach oben und unten.

Zuletzt gab der deutsche Leitindex um 0,68 Prozent auf 11 733,70 Punkte nach. Der Euro, der Anfang der vergangenen Woche noch bei 1,14 US-Dollar gehandelt wurde, war an diesem Morgen zeitweise unter die Marke von 1,09 Dollar gefallen und hatte den Dax hochgetrieben. Zuletzt erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder etwas und stand bei 1,0911 Dollar. Ein schwacher Euro stützt exportorientierte Unternehmen und deren Aktien, da die Produkte für Käufer außerhalb der Eurozone günstiger werden.

Der MDax fiel am Morgen um 0,62 Prozent auf 20 786,27 Punkte und der TecDax sank um 0,49 Prozent auf 1722,72 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,59 Prozent abwärts.

«Der Euro wird gleich von zwei Seiten in die Zange genommen», sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Auf der einen drücke die EZB mit ihren vorgezogenen Anleihekäufen und auf der anderen komme «Druck aus der europolitischen Ecke», denn vor allem das Thema Griechenland-Pleite sei «weiterhin omnipräsent» und die Zeit werde immer knapper. Zudem errang in Spanien die neue Linkspartei Podemos («Wir können») überraschende Erfolge unter anderem in den Millionenstädten Madrid und Barcelona.

Bereits am Freitag war der Euro auf Talfahrt gegangen, nachdem US-Notenbankchefin Janet Yellen sagte, dass ein erster Zinsschritt in diesem Jahr «wohl angemessen» sei. Umso wichtiger dürften laut Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen nun neue Konjunkturdaten aus den USA zu Wochenbeginn werden. «Sollten sie weiterhin signalisieren, dass der US-Aufschwung alles in allem intakt ist, dürfte die erste Leitzinserhöhung im laufenden Jahr erfolgen», sagte er.

Unternehmensseitig rückten die Papiere von Henkel in den Blick. Sie stiegen als Favorit unter den 30 Dax-Werten um 0,37 Prozent. Der Konsumgüterhersteller könnte einem Medienbericht zufolge das Rennen um den Haarpflegespezialisten Wella für sich entscheiden. Die Sparte des US-Branchenkollegen Procter & Gamble werde mit 5,5 bis 7,0 Milliarden Dollar bewertet, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen. Henkel sei in einer guten Position, sich gegen Finanzinvestoren wie CVC und Bain duchzusetzen.

Im MDax nahmen die Salzgitter-Aktien die Spitze ein und legten um 1,45 Prozent zu. Eine positive Studie der Schweizer Großbank UBS sowie gute Vorgaben für die Branche durch Kursgewinne bei US Steel und AK Steel  aus den USA wirkten sich Händlern zufolge aus.