Keine Panik bei deutschen Banken

Die direkten Gefahren einer griechischen Staatspleite sind für deutsche Banken vergleichsweise gering.

Keine Panik bei deutschen Banken
Frank Rumpenhorst Keine Panik bei deutschen Banken

Ende 2014 hatten die Institute nach Berechnungen der Bundesbank in dem Euroland noch 2,4 Milliarden Euro verliehen. Staatsanleihen halten sie seit dem Schuldenschnitt vom Frühjahr 2012 kaum noch.

Damals mussten sie rund die Hälfte ihrer Forderungen abschreiben und verbuchten deshalb hohe Verluste. Seitdem haben sie ihre Investitionen in griechische Staatstitel fast komplett zurückgefahren.

«Ein Zahlungsausfall Griechenlands könnte die Finanzmärkte zwar kurzfristig belasten, die zu Beginn der Staatsschuldenkrise möglichen Ansteckungseffekte auf andere Euro-Staaten sind heute aber nicht mehr zu befürchten», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes BdB, Michael Kemmer, bereits am Sonntag.

Das Geld der Banken steckt vor allem in griechischen Unternehmen, so dass diese Forderungen erst bei der nach der möglichen Staatsinsolvenz erwarteten privaten Pleitewelle ausfallen dürften.

Nach Einschätzung der Bank of America haben griechische Reeder einen Großteil der Kredite aus dem Ausland bekommen. Diese Gelder sind in der Regel besichert. Als Pfand dienen etwa die Schiffe, deren Wert von einer griechischen Staatspleite kaum betroffen wäre.

Laut Bank of America hatten europäische Banken zuletzt insgesamt rund 45 Milliarden US-Dollar (40,55 Mrd Euro) in Griechenland im Feuer, davon allein die britische HSBC rund sechs Milliarden Dollar. Die Deutsche Bank bezifferte ihr Brutto-Risiko Ende 2014 auf gut zwei Milliarden Euro, bis Ende März schnellte der Wert auf 2,7 Milliarden Euro.

Das liegt auch an Währungseffekten, da die Bank etwa auch Dollar an griechische Unternehmen verliehen hat. Nach Abzug aller Sicherheiten blieben zuletzt beim Branchenprimus noch 528 Millionen Euro als Netto-Risiko. Die Commerzbank gibt nur ein Nettorisiko an und bezifferte dieses zuletzt auf 300 Millionen Euro.