Rückschlag für den Dax wegen stockender Griechenland-Sorgen

Die Euphorie am deutschen Aktienmarkt ist abgeebbt: Stockende Verhandlungen über die griechische Schuldenkrise trübten die Stimmung. Der wichtigste Aktienindex Dax schloss 0,62 Prozent tiefer bei 11 471,26 Punkten.

Eine Lösung stand bis zum Abend auf der Kippe, der Ausgang des Treffens der Euro-Finanzminister blieb völlig offen. Die Geldgeberinstitutionen konnten sich noch nicht mit der griechischen Regierung auf eine Vereinbarung für ein Spar- und Reformpaket verständigen.

Seit Wochenbeginn hatte der Dax in der Hoffnung auf eine Lösung des Griechenland-Dramas in der Spitze aber auch um 600 Punkte zugelegt. Am Montag hatte er den größten Tagesgewinn seit August 2012 erzielt.

Der MDax der mittelgroßen Werte sank zur Wochenmitte um 0,35 Prozent auf 20 234,17 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es schließlich um 0,80 Prozent auf 1689,33 Punkte nach unten.

Die Hoffnung auf das Aus für die geplante Kohle-Abgabe beflügelte die Aktien des in Kohlekraftwerken besonders engagierten Versorgers RWE: Das Papier war mit plus 1,96 Prozent auf 20,31 Euro der Tagessieger im Dax. Die ARD hatte unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) seine umstrittene Klimaabgabe für alte Kohlekraftwerke aufgegeben wolle. Nicht einmal das Dementi Gabriels konnte den Optimismus der Anleger dann noch nennenswert dämpfen.

Tagesverlierer waren BASF-Aktien mit einem Minus von 1,64 Prozent auf 83,85 Euro. Die Chemiepapiere gehören zu den Werten, die besonders stark auf eine Indexbewegung reagieren. Europaweit gehörte die Branche nach einer Gewinnwarnung des britischen Spezialchemiekonzerns Elementis ohnehin zu den größten Verlierern.

Tagesgewinner bei den mittelgroßen Werten waren Stada-Aktien, die ihre jüngste Aufwärtsbewegung um 1,20 Prozent auf 31,08 Euro ausbauten. Im Fokus stand aber die Einzelhandelsbranche nach einer Milliardenfusion in Europa: Die Supermarkt-Konzerne Ahold und Delhaize wollen sich mit ihrem Zusammenschluss gegen wachsende Konkurrenz auf dem wichtigen US-Markt wehren. Metro-Aktien verteuerten sich im MDax um 0,79 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,69 (Dienstag: 0,70) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 137,98 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,38 Prozent auf 151,09 Zähler. Der Euro legte zum US-Dollar im Vergleich zum Vortag etwas zu und wurde zuletzt bei 1,1180 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1213 (1,1204) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8918 (0,8925) Euro.