Starker Euro und schwache Anleihen drücken Dax ins Minus

Der wieder stärkere Euro und die fortgesetzten Turbulenzen am Anleihemarkt haben den Dax belastet.

Zudem richteten sich die Blicke weiter auf die Griechenland-Krise. Der deutsche Leitindex fiel um 1,93 Prozent auf 11 448,15 Punkte.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 1,58 Prozent auf 20 270,99 Punkte nach unten und der TecDax gab um 1,59 Prozent auf 1645,54 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte anderthalb Prozent ein.

An den Anleihemärkten ging die jüngste Talfahrt weiter, was die Renditen nach oben trieb. Das macht Anleihen für Investoren als Alternative zu Aktien schrittweise wieder interessanter.

Hinzu kam ein wieder stärkerer Euro, der über die Marke von 1,12 US-Dollar sprang. Die monatelange Talfahrt der Gemeinschaftswährung hatte dem deutschen Aktienmarkt bis Mitte April kräftigen Rückenwind verliehen, da dadurch Produkte der stark exportorientierten deutschen Wirtschaft außerhalb der Eurozone billiger werden. Noch Mitte April hatte ein Euro weniger als 1,06 Dollar gekostet. Seither erholte sich die Gemeinschaftswährung zumindest ein Stück weit.

Auch das Thema Griechenland sorgt weiterhin für Verunsicherung. Die Kassen des pleitebedrohten Staates scheinen zunehmend leer. So griff Athen bei der Rückzahlung von Geldern an den Internationalen Währungsfonds (IWF) offenbar auf ein Notfall-Konto beim IWF zurück. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen erfuhr, muss das Notfallkonto im kommenden Monat aber wieder aufgefüllt werden.

Von der Quartalsberichtssaison der Unternehmen kamen kaum positive Impulse. Im Dax schafften es nur die Papiere des Industriekonzerns ThyssenKrupp ins Plus. Diese verteuerten sich um knapp 3 Prozent, nachdem das Unternehmen nach einem Gewinnanstieg im abgelaufenen Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr angehoben hatte.

Der Dünger- und Salzproduzenten K+S war zwar dank höherer Preise und wegen des schwachen Euro stark ins Jahr gestartet. Allerdings machten die Anleger nach dem guten Lauf der Aktien in den vergangenen Monaten Kasse. Der Kurs knickte um mehr als 5 Prozent ein.

Für die Aktien der Deutschen Post ging es um gut 4 Prozent bergab. Hohe Umbaukosten im Frachtgeschäft und in der Lieferkettenlogistik hatten dem Konzern im ersten Quartal einen leichten Gewinnrückgang eingebrockt.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,48 Prozent am Vortag auf 0,56 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 138,64 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,45 Prozent auf 152,73 Punkte ein. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1239 (Montag: 1,1142) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8898 (0,8975) Euro.