Teure juristische Pleiten für die Deutsche Bank

Ihre Verwicklung in zahlreiche Skandale hat die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren Milliarden gekostet.

Teure juristische Pleiten für die Deutsche Bank
Frank Rumpenhorst Teure juristische Pleiten für die Deutsche Bank

Ob «rücksichtsloses» Vorgehen bei der Vergabe von Hypothekenkrediten, Zinswetten «bewusst» zulasten des Kunden oder Manipulationen von wichtigen Finanzdaten - die Liste ist lang.

Erst vor wenigen Tagen wurde ein Geldwäsche-Verdacht in Russland bekannt. Ein Übersicht der teuersten Niederlagen der Bank:

April 2015: Die Deutsche Bank muss wegen ihrer Verstrickung in den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden US-Dollar zahlen. Das Institut verständigt sich mit Behörden in den USA und Großbritannien auf einen Vergleich. Es ist die höchste bislang verhängte Buße gegen eine Bank in diesem Fall.

Ende 2014: Der deutsche Branchenprimus legt 450 Millionen Euro für die Rückzahlung von Gebühren bei Verbraucherkrediten zurück. Der Bundesgerichtshof hatte entschieden, dass Bearbeitungsgebühren für Konsumentenkredite zusätzlich zu den Zinsen unzulässig sind.

Februar 2014: Die Bank zieht einen teuren Schlussstrich unter den Dauerstreit um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns. Insgesamt 925 Millionen Euro kostet der am Oberlandesgericht München besiegelte Vergleich: Damit beendete die Bank nach fast zwölf Jahren die juristische Auseinandersetzung um eine Mitverantwortung für die Pleite des Kirch-Konzerns 2002.

Dezember 2013: Das Institut zahlt 1,9 Milliarden Dollar, um einen Streit um Hypothekenpapiere in den USA aus der Welt zu schaffen. Die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hatten sich bei Hypothekengeschäften aus den Jahren 2005 bis 2007 übers Ohr gehauen gefühlt.

Dezember 2013: Die EU-Kommission bestraft mehrere Finanzinstitute wegen der Manipulation von Zinssätzen wie dem Libor mit Bußen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank muss mit 725 Millionen Euro die größte Zahlung leisten.

Mai 2012: Der Konzern steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte der US-Tochter MortgageIT gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, fließen 202 Millionen Dollar. Dem Immobilienfinanzierer wurde von der US-Justiz Betrug beim Geschäft mit Hypotheken vorgeworfen.

März 2012: Das Geldhaus legt einen Streit mit der Stadt Mailand über umstrittene Zinswetten gegen eine Millionen-Zahlung bei. Insgesamt erhält die italienische Wirtschaftsmetropole 455 Millionen Euro. Die Entschädigungszahlung teilen sich vier Banken.