US-Jobdaten treiben Dax deutlich aufwärts

Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt haben der Erholung im Dax Vorschub geleistet. Die Arbeitslosenquote fiel in den Vereinigten Staaten im April auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren.

Gleichzeitig zog der Beschäftigungsaufbau nach einem mauen März wieder kräftig an. «Der Erholungskurs der US-Wirtschaft hält an», kommentierte Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank.

Der deutsche Leitindex baute seine Gewinne nach den Daten auf 1,51 Prozent aus auf 11 580,19 Punkte. Auf Wochensicht liegt er nach einem zwischenzeitlichen Rutsch auf den tiefsten Stand seit Februar ebenfalls wieder gut 1 Prozent im Plus. Den Druck vom zeitweise massiv eingebrochenen Anleihemarkt konnte er damit gut abfedern.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax erholte sich bis zum Nachmittag um 1,95 Prozent auf 20 452,57 Punkte und der TecDax der Technologiewerte gewann 2,12 Prozent auf 1649,08 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um fast anderthalb Prozent.

Der Arbeitsmarktbericht ist nach Meinung von Börsianern andererseits aber auch nicht so gut ausgefallen, dass die US-Notenbank in der geplanten Zinswende unter Druck gesetzt würde. «Die größte Volkswirtschaft wird nicht zu einem stürmischen Wachstum ansetzen», so VP-Bank-Ökonom Gitzel. «Die US-Notenbank wird deshalb in den nächsten Monaten nicht die Zinsen erhöhen.» Die Börsen profitieren seit Jahren vom billigen Geld der Notenbanken.

Der Ausgang der Wahl in Großbritannien wiederum beflügelte die Börse in London, ließ die Frankfurter Kollegen aber kalt: Premierminister David Cameron wurde eindrucksvoll im Amt bestätigt.

Die Chemiebranche rückte derweil mit einer Milliardenofferte in den Fokus: Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat ein 45 Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des US-Konkurrenten Monsanto als deutlich zu niedrig zurückgewiesen.

Die Offerte strahle trotz allem positiv auf die gesamte Branche ab, meinten Börsianer. K+S gewannen als bester Dax-Wert über 4,29 Prozent. Die Papiere des Düngemittelherstellers profitierten zudem von der Hoffnung auf gute Quartalszahlen. Händler verwiesen auf einen Bericht in einem Branchenmagazin. Diesem zufolge stiegen die Kalidüngerpreise in Europa.

Auch die Aktien von Bayer und BASF legten um über 2 Prozent zu. Sollte es doch zu einem Zusammenschluss kommen, dürfte die Transaktion kaum ohne Auflagen der Wettbewerbshüter über die Bühne gehen, sagte ein Händler. Daraus könnten sich für die Deutschen, die im Saatgut-Bereich bislang eine untergeordnete Rolle spielten, Zukaufmöglichkeiten ergeben.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,61 Prozent am Vortag auf 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,30 Prozent auf 138,75 Punkte. Der Bund-Future stand unverändert bei 154,36 Punkten. Der Euro fiel zurück: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1221 (Donnerstag: 1,1305) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8912 (0,8846) Euro.