Zitterpartie um Athen und Inflationsdaten belasten den Dax

Die unveränderte Zitterpartie um Griechenland und steigende Verbraucherpreise haben weiteren Druck in den deutschen Aktienmarkt gebracht. Hohe Nervosität bestimmte den Handelsverlauf, während Unternehmensnachrichten zugleich dünn gesät waren.

Der Dax büßte 0,94 Prozent auf 11 328,80 Punkte ein und gab damit den vierten Handelstag in Folge nach. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,70 Prozent auf 20 481,87 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rutschte um 0,41 Prozent auf 1690,58 Punkte ab.

Seit Monaten schon verhandeln die Geldgeber mit dem von der Pleite bedrohten Griechenland ergebnislos über Finanzhilfen und Reformen. Bis Freitag muss Athen nun allerdings einen Kredit von 300 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Insgesamt werden im Juni fast 1,6 Milliarden Euro fällig. Nach jüngsten, offiziell nicht bestätigten Berichten, ist angeblich inzwischen ein Entwurf über eine Vereinbarung mit Athen nahezu fertig, doch immer noch gebe es Uneinigkeit über Details.

«Zwar gibt es rund um das Griechenland-Debakel weiterhin alle paar Minuten eine neue Überschrift, doch heute hatten in erster Linie wohl die Inflationsdaten aus der Eurozone die Finanzmärkte fest im Griff», sagte ein Marktbeobachter. Erstmals seit vergangenen November waren die Verbraucherpreise wieder gestiegen. Mit einem Plus von 0,3 Prozent im Mai legten sie sogar noch etwas stärker zu als erwartet. «Diese Daten haben die Staatsanleihen unter Druck gebracht und den Euro hochschießen lassen», sagte der Börsianer. «Und die Kombination aus beidem belastete die Aktienmärkte.»

Der Bund-Future als Kursindikator für den deutschen Anleihemarkt büßte zuletzt 1,07 Prozent auf 153,00 Punkte ein. Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg auf 0,48 (Vortag: 0,40) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,37 Prozent auf 139,12 Punkte.

Der Kurs des Euro war im Tagesverlauf zeitweise wieder bis dicht an die Marke von 1,1200 US-Dollar herangerückt, was auch der Hoffnung auf eine womöglich kurz bevorstehende Einigung mit Griechenland geschuldet war. Am frühen Abend wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,1125 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,1029 (1,0944) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9067 (0,9137) Euro.

Im Dax zählte die Daimler-Aktie mit minus 2,43 Prozent zu den schwächsten Werten. Händler verwiesen vor allem auf enttäuschende Daten aus der deutschen Autoindustrie. Auf bereinigter Basis hatte es laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zwar mehr Neuzulassungen zwischen Januar und Mai gegeben, aber sowohl die Inlandsproduktion als auch die Exporte waren rückläufig gewesen.

Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank hingegen waren mit plus 1,50 Prozent beziehungsweise 0,79 Prozent die besten Werte im Index.

Ein Zukauf verhalf der angeschlagenen Aktie von Manz zu einem Plus von 4,09 Prozent. Der Spezialmaschinenbauer hat sein Portfolio mit der Übernahme der Kleo Halbleitertechnik GmbH erweitert.

Auch europaweit gab es überwiegend rote Vorzeichen: Der EuroStoxx 50 sank um 0,37 Prozent auf 3561,89 Punkte. Die wichtigsten nationalen Indizes in Frankreich und Großbritannien gaben ebenfalls leicht nach und auch die US-Börsen verbuchten zum europäischen Börsenschluss leichte Verluste.