Zurückhaltung am Aktienmarkt vor Abstimmung in Athen

Vor der griechischen Parlamentsabstimmung über den Kompromiss mit den Gläubigern halten sich die Anleger zurück. Der Dax startete mit leichten Verlusten.

In der ersten Handelsstunde verlor der deutsche Leitindex 0,25 Prozent auf 11 488,13 Punkte. Am Dienstag hatte der Dax zunächst ebenfalls geschwächelt, es am Ende aber doch noch in positives Terrain geschafft.

Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Mittwochmorgen um 0,05 Prozent auf 20 569,76 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax 0,54 Prozent auf 1755,01 Zähler gewann. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,26 Prozent auf 3597,92 Punkte nach unten.

Das Parlament in Athen soll am Abend auf Wunsch der Gläubiger ein erstes großes Spar- und Reformpaket beschließen. Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba setzt darauf, dass Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras eine Mehrheit der Abgeordneten hinter sich bringen wird. Allerdings sei «im Vorgriff auf eine mögliche Einigung mit Griechenland bereits sehr viel positive Erwartung in den Markt eingepreist» worden, warnte er.

Bei den deutschen Einzelwerten stachen Volkswagen-Aktien heraus, die mit minus 1,67 Prozent ans Dax-Ende rutschten. Die Papiere des Autobauers litten unter einer schwachen Branchenstimmung sowie negativen Analystenkommentaren. Die Titel von BMW und Daimler gehörten mit Verlusten von jeweils mehr als einem halben Prozent ebenfalls zu den schwächsten Dax-Titeln.

Dagegen zogen die Aktien von Hella im SDax der kleineren Unternehmen um 4,09 Prozent an. Die vorläufigen Zahlen des Autozulieferers für das Geschäftsjahr 2014/2015 hätten die Erwartungen bei Umsatz und operativem Ergebnis (Ebit) übertroffen, sagte ein Börsianer. Entscheidend für die Papiere sei allerdings die Prognose, die Mitte August bei der Vorlage der endgültigen Zahlen präsentiert werde.

Der Verkauf eines Aktienpakets ließ die Talanx-Papiere um 3,93 Prozent auf 27,76 Euro sinken, was den letzten Platz im MDax bedeutete. Händlern zufolge hatte der japanische Großaktionär Meji Yasuda Life Insurance seinen Anteil an dem Versicherungskonzern aus Hannover um 3,9 Millionen Aktien reduziert.